Die AVB einer Kol­lek­tiv-Kran­ken­tag­geld­ver­si­che­rung nah­men von der Defi­ni­ti­on eines Rück­falls den Fall aus, da zwi­schen zwei Mani­fe­sta­tio­nen einer Krank­heit eine Peri­ode voll­stän­di­ger Erwerbs­fä­hig­keit von min­de­stens 180 Tagen liegt. Zudem ende die Ver­si­che­rung bei einer Schlie­ssung des Betriebs.
Der Ver­si­che­rer ver­wei­ger­te spä­ter wei­te­re Lei­stun­gen zugun­sten von A, einem Ange­stell­ten der Bäcke­rei B, indem er sich u.a. dar­auf berief, dass die Bäcke­rei nicht mehr exi­stie­re und dass eine erneu­te Krank­heit von A. kei­nen Rück­fall dar­stel­le.

A war Begün­stig­ter i.S.v. VVG 18 III und klag­te damit aus eige­nem Recht (VVG 87), doch war er nicht selbst Par­tei des Ver­si­che­rungs­ver­trags, wes­halb er sich nicht — mit Bezug auf die Bestim­mung der AVB, wonach der Ver­si­che­rungs­ver­trag mit der Schlie­ssung des Betriebs ende — nicht auf die Unge­wöhn­lich­keits­re­gel beru­fen konn­te.

Der Ver­si­che­rer war fer­ner nicht ver­pflich­tet, A über die Mög­lich­keit, in eine indi­vi­du­el­le Ver­si­che­rung über­zu­tre­ten, zu infor­mie­ren. Weder ergab sich dies aus den AVB, noch ist das VVG inso­fern lücken­haft, wie sich im Umstand zeigt, dass auch der neue VVG 3 die­se Pflicht nicht vor­sieht.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.