Der Beschwer­de­füh­rer wand­te sich gegen vor­sorg­li­che Beweis­füh­rungs­mass­nah­men eines Wil­lens­voll­streckers und berief sich dabei auf ver­fas­sungs­mä­ssi­ge Rech­te (dero­ga­to­ri­sche Kraft des Bun­des­rechts, per­sön­li­che Frei­heit, Pri­vat­sphä­re). Damit stell­te er die Ver­fas­sungs­mä­ssig­keit des ber­ni­schen Rechts der vor­sorg­li­chen Beweis­füh­rung in Fra­ge. Nach Treu und Glau­ben hät­te er mit die­ser Rüge nicht bis vor BGer zuwar­ten dür­fen. Inso­fern gilt im Rah­men der Beschwer­de gegen vor­sorg­li­che Mass­nah­men (BGG 98) das­sel­be, was für die staats­recht­li­che Beschwer­de galt: Unter Herr­schaft des Rüge­prin­zips muss der kan­to­na­le Instan­zen­zug nicht nur durch­lau­fen (rela­ti­ve Sub­si­dia­ri­tät), son­dern auch mate­ri­ell aus­ge­schöpft sein.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.