Ein Ver­sicherungsver­trag (Taggeld­ver­sicherung) enthielt in den AVB fol­gende Klausel:

, la durée d’allocation des presta­tions est de 1800 jours au max­i­mum par cas d’assurance, sous déduc­tion du délai d’attente con­venu. (…)

Im Gegen­satz zur Vorin­stanz sah es das BGer als nicht möglich an, dieser Klausel einen objek­tiv gülti­gen Sinn zu ent­nehmen; im Gegen­teil könne die Klausel ein­er­seits bedeuten, dass von der Bezugs­dauer von 1800 Tagen eine Warte­frist abzuziehen sei, und ander­er­seits, dass die Bezugs­dauer erst nach ein­er Warte­frist beginne, dann aber volle 1800 Tage dauere.

Nach der Regel “in dubio con­tra stip­u­la­torem” — anwend­bar auch auf Ver­sicherungsverträge unter Gel­tung des VVG — legte das BGer die Klausel zugun­sten des Ver­sicherungsnehmers in let­zterem Sinne aus.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.