Ent­scheid zur amtl. Publ. bestimmt. — Ein Ver­ein, des­sen Zweck u.a. dar­in bestand, Immo­bi­li­en zu beset­zen, um die­se dem Markt und der “Spe­ku­la­ti­on” zu ent­zie­hen, wur­de auf Kla­ge auf­ge­löst. Das BGer bestä­tig­te den Ent­scheid der Gen­fer Vor­in­stanz, den Ver­ein wegen der Wider­recht­lich­keit sei­nes Ziels ex tunc auf­zu­lö­sen. Der Ein­wand des Ver­eins, auf­grund der Dul­dung der tat­säch­lich erfolg­ten Beset­zung sei ein still­schwei­gen­der Miet­ver­trag zustan­de gekom­men, änder­te nichts an der Wider­recht­lich­keit des Ziels als sol­chem. Auch das an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­ne Argu­ment, es sei nicht das objek­ti­ve Recht, son­dern allen­falls ein sub­jek­ti­ves Recht ver­letzt wor­den (daher kei­ne Wider­recht­lich­keit), drang nicht durch.

Inter­es­san­ter war der Ein­wand des Ver­eins, OR 20 II (modi­fi­zier­te Teil­nich­tig­keit) sei nach ZGB 7 auch auf sei­ne Sta­tu­ten anwend­bar. Das BGer hat­te frü­her ent­schie­den, OR 20 II jeden­falls auf Stif­tun­gen und Genos­sen­schaf­ten anwend­bar. Im vor­lie­gen­den Fall konn­te es die Fra­ge aber offen­las­sen, weil der wider­recht­li­che Zweck des Ver­eins den zuläs­si­gen Neben­zwecken über­ge­ord­net war und weil der Ver­ein nicht gel­tend gemacht hat­te, dass er auch ohne die frag­li­che Klau­sel gegrün­det wor­den wäre.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.