Die Stadt Luzern hat­te eine Lie­gen­schaft (Gei­ssen­stein­ring 41) an den Ver­ein “IKU Boa” (Betrei­ber eines alter­na­ti­ven Kul­tur­zen­trums) ver­lie­hen. Eini­ge Nach­barn ver­lang­ten eine Ein­schrän­kung des Betriebs wäh­rend der Nacht. Gegen den posi­ti­ven Ent­scheid des Amts­ge­richts­prä­si­den­ten III von Luzern-Stadt rekur­rier­te die Stadt. Das OGer LU wies den Rekurs ab. Das BGer weist die Beschwer­de ab und schützt eben­falls den erst­in­stanz­li­chen Ent­scheid.

Das BGer liess die Ein­tre­tens­fra­ge offen (Streit­wert), weil die Sache abwies (die­ses frag­wür­di­ge Vor­ge­hen wird offen­bar abtei­lungs­über­grei­fend ange­wandt).
Weil Besit­zes­schutz­mass­nah­men vor­sorg­li­che Mass­nah­men iSv BGG 98 sind, konn­te das BGer nur die Ver­let­zung ver­fas­sungs­mä­ssi­ger Rech­te prü­fen und war ans Rüge­prin­zip gebun­den. Hier behaup­te­te die Stadt nur die Ver­let­zung des recht­li­che Gehörs; das BGer erkann­te dage­gen eine zuläs­si­ge anti­zi­pier­te Beweis­wür­di­gung (Nicht­zu­las­sen eines Augen­scheins).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.