Wie das BGer fest­ge­hal­ten hat, wur­de UVG 22 ver­se­hent­lich nicht an die Anpas­sung der revi­si­ons­recht­lich rele­van­ten Alters­gren­ze für Frau­en durch die 10. AHV-Revi­si­on ange­passt (Über­gangs­recht­lich wur­de das Ren­ten­al­ter der Frau vier Jah­re nach Inkraft­tre­ten der 10. AHV-Revi­si­on auf 63 und acht Jah­re danach auf 64 Jah­re erhöht). 

Es ist mit dem BAG und der Beschwer­de­füh­re­rin einig zu gehen, dass es der Gesetz­ge­ber durch ein offen­sicht­li­ches Ver­se­hen unter­las­sen hat, das mit der 10. AHV-Revi­si­on stu­fen­wei­se auf das 64. Alters­jahr erhöh­te AHV-Ren­ten­al­ter der Frau­en in die UVG-Ren­ten­re­vi­si­ons­re­ge­lung auf­zu­neh­men. Die Geset­zes­be­stim­mung, wel­che aktu­ell eine Begren­zung der Ren­ten­re­vi­si­on für Frau­en bereits (bis zu) zwei Jah­re vor Ein­tritt des AHV-Ren­ten­al­ters vor­sieht, ist sach­lich nicht halt­bar.”

Daher:

Ein rich­ter­li­ches Ein­grei­fen ist unter die­sen Umstän­den mög­lich und — nament­lich mit Blick auf den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz — auch gebo­ten. Für den vor­lie­gen­den Fall bedeu­tet dies, dass eine Revi­si­on der UVG-Ren­te der Beschwer­de­füh­re­rin grund­sätz­lich bis zu ihrem (indi­vi­du­el­len) Ein­tritt ins AHV-Ren­ten­al­ter — also bis Ende Febru­ar 2006 — offen steht.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.