Bei ungerecht­fer­tigten frist­losen Kündi­gun­gen des Arbeitsver­hält­niss­es kann der Arbeit­nehmer nach Art. 337c OR Schaden­er­satz und eine Pönale ver­lan­gen. Die Bemes­sung der Pönale erfol­gt unter Berück­sich­ti­gung der wirtschaftlichen Fol­gen der Kündi­gung. Art. 337c OR regelt die finanziellen Fol­gen ein­er miss­bräuch­lichen frist­losen Kündi­gung abschliessend.

Weit­ere Schaden­er­satz­forderun­gen für ent­gan­genen Gewinn für die Peri­ode nach Ablauf der Kündi­gungs­frist sind den­noch nicht aus­geschlossen; es gilt hier das­selbe wie bei der miss­bräuch­lichen Kündi­gung, obwohl ein Vor­be­halt wie in OR 336a II fehlt.

Solche weit­erge­hen­den Ansprüche set­zen aber voraus, dass entwed­er eine Per­sön­lichkeitsver­let­zung vor­liegt, die über die mit der ungerecht­fer­tigten Kündi­gung an sich schon ver­bun­de­nen hin­aus­ge­ht, oder dass eine arbeitsver­tragliche Pflicht ausser­halb von Art. 328 OR ver­let­zt wurde:

Il s’ensuit que, s’il invoque un dom­mage sup­plé­men­taire tel qu’un gain man­qué après l’échéance ordi­naire du con­trat, le tra­vailleur doit démon­tr­er soit une atteinte aux droits de la per­son­nal­ité allant au-delà de celle inhérente au car­ac­tère injus­ti­fié du licen­ciement, soit la vio­la­tion, par l’employeur, d’une oblig­a­tion con­tractuelle autre que celle découlant de l’art. 328 CO.

Zusät­zlich­er Schaden­er­satz kann deshalb etwa dann gefordert wer­den, wenn der Arbeit­ge­ber Drit­ten gegenüber ehrver­let­zende Äusserun­gen über den früheren Angestell­ten macht und dadurch das wirtschaftliche Fortkom­men des Arbeit­nehmers beein­trächtigt oder wenn sich der Arbeit­ge­ber weigert, für seinen Arbeit­nehmer Ref­eren­zen zu erteilen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Partner bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.