Das BGer behan­delt Ver­fah­ren über Bestand und Umfang von Ansprü­chen eines Arbeit­neh­mers im Rah­men eines Kol­lo­ka­ti­ons­ver­fah­rens trotz enger Ver­bun­den­heit mit einer mate­ri­ell­recht­li­chen Fra­ge und ent­ge­gen einer in der Lite­ra­tur ver­tre­te­nen Auf­fas­sung nicht als arbeits­recht­li­che Strei­tig­keit, mit der Fol­ge, dass die Streit­wert­gren­ze nicht CHF 15’000 beträgt (BGG 74 I a), son­dern CHF 30’000 (BGG 74 I b).

Der Zweck des Kol­lo­ka­ti­ons­ver­fah­rens im Kon­kurs- bzw. Nach­lass­ver­fah­ren sei die Fest­stel­lung der Pas­siv­mas­se; der Kol­lo­ka­ti­ons­pro­zess die­ne aus­schliess­lich der Berei­ni­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes; das Schuld­ver­hält­nis als sol­ches wer­de dadurch nicht fest­ge­legt. Im Kol­lo­ka­ti­ons­pro­zess kön­ne der Bestand einer For­de­rung dem­nach zwar Gegen­stand gericht­li­cher Prü­fung, aber nicht rechts­kräf­ti­ger Beur­tei­lung sein. Kol­lo­ka­ti­ons­strei­tig­kei­ten über Ansprü­che aus Arbeits­ver­hält­nis­sen sei­en daher kei­ne arbeits­recht­li­chen Fäl­le.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.