Das BGer äussert sich zur Über­ein­kunft “betref­fend die Kon­kurs­ver­hält­nis­se und glei­che Behand­lung bei­der­sei­ti­gen Staats­an­ge­hö­ri­gen in Kon­kurs­fäl­len” vom 12. Dezem­ber 1825/13. Mai 1826 zwi­schen der Schweiz und der Kro­ne Würt­tem­berg (dazu auch Hun­ke­ler), aller­dings ohne zu des­sen Gül­tig­keit Stel­lung zu neh­men. Da die­ser Staats­ver­trag nach BGE 104 III 68 E. 3 kan­to­na­les Recht dar­stellt, kann er nur mass­ge­bend sein, wenn bun­des­recht­li­che Bestim­mun­gen oder ein eid­ge­nös­si­scher Staats­ver­trag feh­len. Die Aner­ken­nung auch eines würt­tem­ber­gi­schen Kon­kurs­de­kre­tes nach IPRG 166 ist daher not­wen­dig.

Das BGer scheint an die­ser Rsp. fest­hal­ten zu wol­len, konn­te die Fra­ge aber letzt­lich offen­las­sen, denn im beur­teil­ten Fall war ein Kon­kurs­de­kret aus Würt­tem­berg nach IPRG 166 aner­kannt wor­den. Die Aktiv­le­gi­ti­ma­ti­on der kla­gen­den aus­län­di­schen Kon­kurs­ver­wal­tung war gege­ben: Die Beschwer­de­füh­re­rin hat­te zwar gel­tend gemacht, der Insol­venz­ver­wal­ter hät­te die Anfech­tungs­kla­ge als Ver­tre­ter der Insol­venz­mas­se erhe­ben müs­sen (nach unein­ge­schränkt mass­ge­ben­den schwei­ze­ri­schen Recht). Das BGer ver­warf die­sen Ein­wand, weil die “aus­län­di­sche Kon­kurs­ver­wal­tung” nach IPRG 171 die Instanz ist, die das Ver­mö­gen des Kon­kur­si­ten ver­wal­tet, ver­wer­tet und ver­teilt. Die Fra­ge, ob der Beschwer­de­geg­ner zur Pro­zess­füh­rung legi­ti­miert ist, bestimmt sich des­halb letz­lich nach dem Recht des Kon­kurs­er­öff­nungs­staa­tes. Die Vor­in­stanz hat­te ange­nom­men, nach deut­schem Recht sei der Beschwer­de­geg­ner als Insol­venz­ver­wal­ter befugt, Pro­zes­se in eige­nem Namen und in eige­ner Ver­ant­wor­tung mit Wir­kung für die Insol­venz­mas­se zu füh­ren (InsO 80 I). Dabei blieb es, da das BGer in ver­mö­gens­recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten nicht prü­fen kann, ob das aus­län­di­sche Recht rich­tig ange­wen­det wor­den ist (BGG 96 lit. b).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.