Das Ver­wal­tungs­ge­richt ZH hat­te einen — gestützt auf SVG 16c I a und II a ange­ord­ne­ten — drei­mo­na­ti­gen Aus­weis­ent­zug wegen einer Ver­let­zung des Beschleu­ni­gungs­ge­bots durch sei­ne Vor­in­stan­zen auf zwei Mona­te redu­ziert. Wie das BGer (auf Beschwer­de des ASTRA) fest­hielt, ist eine Unter­schrei­tung der Min­dest­dau­er gene­rell nicht mehr zuläs­sig (SVG 16 III Satz 2):

Das Admi­ni­stra­tiv­mass­nah­men­recht des Stra­ssen­ver­kehrs­ge­set­zes wur­de per 1. Janu­ar 2005 ver­schärft. Gemäss Art. 16 Abs. 3 Satz 2 SVG darf die Min­de­st­ent­zugs­dau­er nun nicht mehr unter­schrit­ten wer­den. Ziel der Revi­si­on war “eine ein­heit­li­che­re und stren­ge­re Ahn­dung von schwe­ren und wie­der­hol­ten Wider­hand­lun­gen gegen Stra­ssen­ver­kehrs­vor­schrif­ten” (Bot­schaft […]). Die beson­de­ren Umstän­de des Ein­zel­falls, nament­lich die Gefähr­dung der Ver­kehrs­si­cher­heit, das Ver­schul­den, der Leu­mund als Motor­fahr­zeug­füh­rer sowie die beruf­li­che Not­wen­dig­keit, ein Motor­fahr­zeug zu füh­ren, sol­len neu nur bis zur gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Min­de­st­ent­zugs­dau­er berück­sich­tigt wer­den kön­nen (vgl. Art. 16 Abs. 3 Satz 1 SVG; Urtei­le des Bun­des­ge­richts […]). Zu den bei der Fest­set­zung des Füh­rer­aus­weis­ent­zugs zu berück­sich­ti­gen­den Umstän­den zählt wie unter dem frü­he­ren Recht auch die Ver­let­zung des Anspruchs auf Beur­tei­lung innert ange­mes­se­ner Frist ([…]). Ent­spre­chend kommt die Unter­schrei­tung der Min­de­st­ent­zugs­dau­er wegen einer Ver­let­zung die­ses Anspruchs nicht mehr in Fra­ge. Der ange­foch­te­ne Ent­scheid ver­letzt Art. 16 Abs. 3 Satz 2 SVG und ist auf­zu­he­ben.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.