Das BGer hielt fest, dass im Fall eines Durch­griffs durch eine Gesell­schaft auf einen Aktio­när (zB die Mut­ter­ge­sell­schaft) der Aktio­när an eine mit der Toch­ter ver­ein­bar­te Schieds­klau­sel gebun­den ist:

Nach bun­des­ge­richt­li­cher Pra­xis ist es bei wirt­schaft­li­cher Iden­ti­tät zwei­er Gesell­schaf­ten (oder einer natür­li­chen Per­son und einer Gesell­schaft) zuläs­sig, die recht­li­che Selb­stän­dig­keit ausser Acht zu las­sen und vom einen Rechts­sub­jekt auf das ande­re “durch­zu­grei­fen”, wenn die Beru­fung auf die Selb­stän­dig­keit des einen oder des ande­ren Rechts­sub­jekts rechts­miss­bräuch­lich ist (…). Wo durch­griffs­recht­lich die Selb­stän­dig­keit der Toch­ter­ge­sell­schaft als juri­sti­scher Per­son ver­neint wird, recht­fer­tigt sich im All­ge­mei­nen, die Ver­bind­lich­keit der Schieds­klau­sel ohne wei­te­res auf die Mut­ter­ge­sell­schaft aus­zu­deh­nen, weil hier die Ver­trags­wir­kun­gen gleich­sam ver­la­gert wer­den (…). Die­se Über­le­gun­gen gel­ten auch, wenn hin­ter dem soge­nann­ten “cor­po­ra­te veil” ein Aktio­när steht, auf wel­chen durch­ge­grif­fen wird (…).”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.