Das BVerw­Ger ent­schied, dass die Wort­mar­ke “BIOSCIENCE ACCELERATOR”, hin­ter­legt für ver­schie­de­ne Dienst­lei­stun­gen der Klas­sen 35, 36, 37 und 42, nicht schutz­fä­hig ist. Ein Teil der Dienst­lei­stun­gen, näm­lich „ser­vices d’un incu­ba­teur d’affaires (…) sous for­me de sou­ti­en aux socié­tés en démar­ra­ge (start-ups)(…)“ u.a., rich­te­te sich an Start-ups und Jung­un­ter­neh­men. Wie bereits die Vor­in­stanz ging das BVerw­Ger davon aus, dass das Ele­ment “acce­le­ra­tor” zuneh­mend in der Bedeu­tung von Grün­der- respek­ti­ve Inno­va­ti­ons­zen­trum gebraucht wer­de. Die strit­ti­ge Mar­ke bedeu­te des­halb “Bio­wis­sen­schaft Grün­der­zen­trum”; so wer­de sie von den ange­spro­che­nen start-ups und Jung­un­ter­neh­mern im Berei­che der Bio­wis­sen­schaft, “wel­che alle­samt über erhöh­te Eng­lisch­kennt­nis­se ver­fü­gen (…)” auch so ver­stan­den wer­den. Das Zei­chen war daher 

beschrei­bend für die Fach­krei­se, wel­che auf Grund ihrer erwei­ter­ten Eng­lisch-Kennt­nis­se das Zei­chen inhalt­lich rich­tig mit „Bio­wis­sen­schaft-Grün­der­zen­trum“ über­set­zen. Für die hier auch ange­spro­che­nen Durch­schnitts­kon­su­men­ten, wel­che die strit­ti­ge Mar­ke, wenn über­haupt, mit „Bio­wis­sen­schaft Beschleu­ni­ger“ über­set­zen, beschreibt die strit­ti­ge Mar­ke dage­gen kaum direkt die bean­spruch­ten Dienst­lei­stun­gen, da sie kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen dem tech­nisch klin­gen­den Begriff „Beschleu­ni­ger“ und den bean­spruch­ten Dienst­lei­stun­gen her­stel­len kön­nen.”

Zudem bestand für die bean­spruch­ten und auf start-ups zuge­schnit­te­nen Dienst­lei­stun­gen in den Klas­sen 35, 36, 37 und 42 nach dem BVerw­Ger ein (rela­ti­ves) Frei­hal­te­be­dürf­nis auf­grund des gro­ssen Inter­es­ses der Kon­kur­ren­ten, den Begriff BIOSCIENCE ACCELERATOR auch ver­wen­den zu dür­fen. Eine Ver­kehrs­durch­set­zung war von nicht gel­tend gemacht wor­den.

Schliess­lich ver­wei­ger­te das BVerw­Ger eine Gleich­be­hand­lung im Unrecht. Zwar ist die Mar­ke “LIFE SCIENCE ACCELERATOR” ein­ge­tra­gen, doch kann nach BVerw­Ger davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass Mar­ken­ein­tra­gungs­ge­su­che, die 

wie das vor­lie­gend zu beur­tei­len­de hin­sicht­lich der Dienst­lei­stungs­li­ste und des Zei­chen­auf­baus mit der Schwei­zer Mar­ke Nr. 566’200 LIFE SCIENCE ACCELERATOR ver­gleich­bar sind (iden­ti­sche oder ähn­li­che Dienst­lei­stungs­li­ste sowie dem Begriff „acce­le­ra­tor“ vor­an­ge­stell­ter kon­kre­ter Wis­sen­schafts­be­reich)”

nicht mehr ein­ge­tra­gen wür­den, so dass es an einer Vor­aus­set­zung der Gleich­be­hand­lung im Unrecht fehl­te.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.