Das Bun­des­ge­richt weist die Beschwer­de eines frü­he­ren Amts­vor­munds eini­ger Gemein­den und Bezir­ke im Kt. SZ ab, dem nach sei­ner Ent­las­sung gestützt auf kan­to­na­les Per­so­nal­recht eine Ent­schä­di­gung von total neun Monats­löh­nen wegen Ver­let­zung des recht­li­chen Gehörs zuge­spro­chen wor­den war.Das BGer stell­te fest, dass das Ergeb­nis der Sach­ver­halts­wür­di­gung durch die Vor­in­stanz, wonach der Ent­scheid über die Kün­di­gung lan­ge vor der spä­ter durch­ge­führ­ten Anhö­rung fest­ge­stan­den habe, nicht will­kür­lich war und der Gehörs­an­spruch ver­letzt war.

Bedeut­sa­mer war die Fra­ge der Tra­gung der Gerichts­ko­sten: Nach altem Recht galt, wie nach BGG 66 IV, dass u.a. öff.-rechtlichen Kör­per­schaf­ten kei­ne Gerichts­ko­sten auf­er­legt wer­den konn­te, wenn sie in ihrem amt­li­chen Wir­kungs­kreis, ohne dass es sich um ihr Ver­mö­gens­in­ter­es­se han­del­te, vor BGer auf­tra­ten. Als Arbeit­ge­ber in ihren Ver­mö­gens­in­ter­es­sen betrof­fe­ne Gemein­den hat­ten nach OG in per­so­nal­recht­li­chen Strei­tig­kei­ten daher Gerichts­ko­sten zu tra­gen (Aus­nah­men vor­be­hal­ten).

Das BGer über­nimmt die­se Rsp. im vor­lie­gen­den Urteil aus­drück­lich auch unter Herr­schaft des BGG:

Unter der Herr­schaft von Art. 66 Abs. 4 BGG ist, soweit ersicht­lich, kein Ent­scheid ergan­gen, wel­cher sich aus­drück­lich mit der Kosten­pflicht der in per­so­nal­recht­li­chen Strei­tig­kei­ten in ihren Ver­mö­gens­in­ter­es­sen betrof­fe­nen Gemein­den befasst hat. Im Urteil 1C_183/2007 vom 5. Febru­ar 2008 E. 6, nicht publ. in: BGE 134 I 204 (…) hat das Bun­des­ge­richt von einer Erhe­bung von Gerichts­ko­sten zu Lasten einer unter­lie­gen­den, Beschwer­de füh­ren­den öffent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft abge­se­hen, ohne dies jedoch näher zu begrün­den. Es ist indes­sen kein sach­li­cher Grund ersicht­lich, der es recht­fer­ti­gen wür­de, bezüg­lich eines als Arbeit­ge­ber in sei­nen Ver­mö­gens­in­ter­es­sen betrof­fe­nen Gemein­we­sens von der Auf­er­le­gung von Gerichts­ko­sten abzu­se­hen.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.