Der I. Zivil­se­nat des BGH hat sei­ne Recht­spre­chung zu humor­vol­len Wer­be­ver­glei­chen prä­zi­siert (I ZR 134/07). Ein Wer­be­spot der TAZ, der auf Kosten der Bild-Zei­tung ging, ist nach dem Urteil des BGH zuläs­sig:

Für die Beur­tei­lung der Zuläs­sig­keit eines Wer­be­ver­gleichs ist — so der Bun­des­ge­richts­hof — auf die mut­maß­li­che Wahr­neh­mung eines durch­schnitt­lich infor­mier­ten, auf­merk­sa­men und ver­stän­di­gen Durch­schnitts­ver­brau­chers abzu­stel­len, der zuneh­mend an poin­tier­te Aus­sa­gen in der Wer­bung gewöhnt ist. Eine humor­vol­le oder iro­ni­sche Anspie­lung auf einen Mit­be­wer­ber oder des­sen Pro­duk­te stel­le daher erst dann eine unzu­läs­si­ge Her­ab­set­zung dar, wenn sie den Mit­be­wer­ber dem Spott oder der Lächer­lich­keit preis­ge­be oder von den Adres­sa­ten der Wer­bung wört­lich und damit ernst genom­men und daher als Abwer­tung ver­stan­den wer­de. Der Wer­be­spot der Beklag­ten ist nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs danach nicht als wett­be­werbs­wid­rig anzu­se­hen. Er brin­ge ledig­lich zum Aus­druck, dass die TAZ “nicht für jeden” sei, also nicht den Mas­sen­ge­schmack anspre­che. Der durch­schnitt­li­che Zuschau­er erken­ne, dass es sich bei der Dar­stel­lung um eine humor­vol­le Über­spit­zung han­de­le, mit der die Auf­merk­sam­keit der Wer­be­adres­sa­ten geweckt und nicht die BILD-Zei­tung oder deren Leser­schaft pau­schal abge­wer­tet wer­den sol­le.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.