Der Bun­des­rat hat gestern die Bot­schaft und den Ent­wurf eines Bun­des­ge­set­zes über die For­schung am Men­schen (Human­for­schungs­ge­setz) ver­ab­schie­det und dem Par­la­ment zur Bera­tung über­wie­sen.

Aus der Medi­en­mit­tei­lung des Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ment des Innern (EDI):

Der Geset­zes­ent­wurf kon­kre­ti­siert den gleich­na­mi­gen Ver­fas­sungs­ar­ti­kel (Art. 118b BV), der die­sen Sep­tem­ber vom Par­la­ment ver­ab­schie­det wur­de und am 7. März 2010 zur Eid­ge­nös­si­schen Volks­ab­stim­mung kom­men wird. In Aus­füh­rung des Ver­fas­sungs­ar­ti­kels ver­folgt das Human­for­schungs­ge­setz pri­mär das Ziel, die Wür­de, Per­sön­lich­keit und Gesund­heit des Men­schen in der For­schung zu schüt­zen. Es regelt die For­schung zu Krank­hei­ten des Men­schen sowie zu Auf­bau und Funk­ti­on des mensch­li­chen Kör­pers. Erfasst ist nament­lich die For­schung mit leben­den und ver­stor­be­nen Per­so­nen, Embryo­nen und Föten sowie mit bio­lo­gi­schem Mate­ri­al mensch­li­cher Her­kunft und mit gesund­heits­be­zo­ge­nen Per­so­nen­da­ten, sofern das Bio­ma­te­ri­al respek­ti­ve die Daten nicht anony­mi­siert sind.

Das Gesetz kon­kre­ti­siert auch inter­na­tio­na­le Regel­wer­ke wie die Bio­me­di­zin-Kon­ven­ti­on auf Lan­des­ebe­ne. Zu den zen­tra­len Bestim­mun­gen gehö­ren das Erfor­der­nis einer Ein­wil­li­gung nach Auf­klä­rung, das Recht auf Infor­ma­ti­on und Nicht­wis­sen, die Anfor­de­run­gen an die Wis­sen­schaft­lich­keit des For­schungs­vor­ha­bens sowie sepa­ra­te Schutz­vor­keh­ren für beson­ders ver­letz­ba­re Per­so­nen­grup­pen wie Kin­der. Die unab­hän­gi­ge Über­prü­fung der For­schungs­vor­ha­ben wird gemäss Gesetz wie bis anhin von kan­to­na­len Ethik­kom­mis­sio­nen vor­ge­nom­men, aller­dings unter schweiz­weit ein­heit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen. Das Bewil­li­gungs­ver­fah­ren für For­schungs­pro­jek­te, die an meh­re­ren Stand­or­ten durch­ge­führt wer­den, ist heu­te zum Teil unnö­tig auf­wän­dig und trä­ge. Das soll sich ver­bes­sern. Neu ist in der Schweiz – wie vom Par­la­ment mehr­fach gefor­dert – nur noch eine Leit­kom­mis­si­on für die umfas­sen­de Beur­tei­lung von soge­nann­ten Mul­ti­zen­ter­stu­di­en zustän­dig.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.