Im Rah­men einer Arre­steinspra­che äusser­te sich das BGer kürz­lich (5A_225/2009; 5A_501/2009, Urteil vom 10. Sep­tem­ber 2009) zum „Durch­griff im Arrest­ver­fah­ren“.

Das BGer hielt zunächst fest, dass im Ein­spra­che­ver­fah­ren nicht über die recht­li­che Zuge­hö­rig­keit der Arre­st­ob­jek­te zum Schuld­ner­ver­mö­gen ent­schie­den wer­de, son­dern dar­über, ob der Arre­strich­ter das Vor­han­den­sein von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den, die dem Arrest­schuld­ner gehö­ren, als glaub­haft gemacht erach­ten darf (Art. 272 Abs. 1 Ziff. 3 SchKG). Zugriff auf Ver­mö­gens­wer­te, die einer ande­ren Per­son als dem Schuld­ner gehö­ren, ist nach dem BGer zuläs­sig, wenn der Schuld­ner sei­ne Ver­mö­gens­wer­te rechts­miss­bräuch­lich einer von ihm beherrsch­ten Gesell­schaft über­trug oder wenn Ver­mö­gens­wer­te auf frem­den Namen lau­ten, aber für Rech­nung des Arrest­schuld­ners gehal­ten wer­den. Die Vor­in­stan­zen gin­gen unter ande­rem auf Grund „enger pri­va­ter und geschäft­li­cher Bezie­hun­gen zu ande­ren kol­lek­tiv­zeich­nungs­be­rech­tig­ten Ver­wal­tungs­rat­mit­glie­dern“ davon aus, dass die Beru­fung auf die recht­li­che Selb­stän­dig­keit der beherrsch­ten Beschwer­de­füh­re­rin miss­bräuch­lich sei.

Nach­dem das BGer in Erin­ne­rung rief, dass die Wei­ter­zie­hung eines Ent­scheids über eine Arre­steinspra­che – wie der Arrest­ent­scheid – als vor­sorg­li­che Mass­nah­me (i.S.v. Art. 98 BGG) qua­li­fi­ziert (aus­schliess­lich Rüge der Ver­let­zung ver­fas­sungs­mä­ssi­ger Rech­te), konn­te das BGer die Durch­griffs­the­ma­tik jedoch mit dem Argu­ment „appel­la­to­ri­sche Kri­tik“ und dem Hin­weis erle­di­gen und muss­te auf die Beschwer­de nicht ein­tre­ten.

Arie J. Gerszt

Posted by Arie J. Gerszt