Das BVerw­Ger hat ent­schie­den, dass sich nur der Inha­ber einer aus­län­di­schen Mar­ke auf den beson­de­ren Schutz noto­ri­scher Mar­ken nach PVÜ 6bis beru­fen kann:

Die Par­tei­en ein­schliess­lich der Vor­in­stanz sind sich dar­in einig, dass sich auch schwei­ze­ri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge respek­ti­ve in der Schweiz domi­zi­lier­te juri­sti­sche Per­so­nen auf den Schutz ihrer im Inland noto­risch bekann­ten Mar­ke im Sin­ne von Art. 6bis PVÜ beru­fen kön­nen. Dies ent­spricht denn auch der herr­schen­den Leh­re und Recht­spre­chung […]
Unter Hin­weis auf Art. 20 Abs. 2 MSchG i.V.m. Art. 6bis PVÜ erklärt [die Vor­in­stanz] […], dass die­ser Schutz auch von Per­so­nen mit Sitz in der Schweiz bean­sprucht wer­den kann. Gemäss ihrer Pra­xis ver­langt sie jedoch, dass es sich bei der noto­risch bekann­ten Mar­ke um eine aus­län­di­sche Mar­ke han­delt. Inso­fern setzt die Vor­in­stanz einen inter­na­tio­na­len Sach­ver­halt vor­aus.[…]
Auf Grund der soeben erwähn­ten spe­zi­el­len Inter­es­sen­la­ge und des von Art. 6bis PVÜ ange­streb­ten Ziels ist der Son­der­schutz der noto­risch bekann­ten Mar­ke nur aus­län­di­schen Mar­ken zu gewäh­ren (Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts B-1752/2009 vom 26. August 2009 E. 3.3.6 – Swatch Group [fig.] / watch ag [fig.]). Die­se Stren­ge ist auch inso­fern gerecht­fer­tigt, als mit dem Schutz der noto­risch bekann­ten Mar­ke das Regi­ster­prin­zip, wel­chem für die Rechts­si­cher­heit im Mar­ken­recht wesent­li­che Bedeu­tung zukommt, nicht uner­heb­lich rela­ti­viert wird […]”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.