Der Bun­des­rat hat heu­te die Bewil­li­gun­gen für die Ver­su­che mit Elec­tric Moni­to­ring (EM), die in sie­ben Kan­to­nen* durch­ge­führt wer­den, bis Ende 2015 ver­län­gert. Im Rah­men der vor­ge­se­he­nen Revi­si­on des All­ge­mei­nen Teils des Straf­ge­setz­buchs (Ände­rung des neu­en Sank­tio­nen­sy­stems) wird er dar­über ent­schei­den, ob der elek­tro­nisch über­wach­te Straf­voll­zug gesetz­lich ver­an­kert und gesamt­schwei­ze­risch ein­ge­führt wer­den soll.

Elec­tric Moni­to­ring wird als alter­na­ti­ve Form der Straf­ver­bü­ssung bei a) kur­zen Frei­heits­stra­fen anstel­le der Ein­wei­sung in eine Straf­voll­zugs­an­stalt oder b) bei einer lan­gen Frei­heits­stra­fe vor der beding­ten Ent­las­sung ein­ge­setzt. Die Ver­suchs­kan­to­ne wur­den vor zwei Jah­ren durch einen Bun­des­rats­be­schluss beauf­tragt zu eva­lu­ie­ren, ob Elec­tric Moni­to­ring auch unter dem Anfang 2007 in Kraft getre­te­nen neu­en Sank­ti­ons­recht, wonach die kur­zen Frei­heits­stra­fen bis zu sechs Mona­te durch Geld­stra­fen und gemein­nüt­ze Arbeit zu erset­zen sind, sinn­voll voll­zo­gen wer­den kann. Die Unter­su­chun­gen kamen zu dem Ergeb­nis, dass auch im Rah­men des neu­en Sank­tio­nen­sy­stems vie­le Frei­heits­stra­fen ver­hängt wer­den, bei denen Elec­tric Moni­to­ring in Betracht käme.

Sie­he auch die Bericht­erstat­tung in der NZZ zur elek­tro­ni­schen Fuss­fes­sel.

* Kan­to­ne Bern, Basel-Stadt, Basel-Land­schaft, Tes­sin, Waadt und Genf (seit 1999) sowie Kan­ton Solo­thurn (seit 2003).

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.