Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on (WEKO) ver­häng­te laut Medi­en­mit­tei­lung gegen die Phar­ma­un­ter­neh­men Pfi­zer AG, Eli Lil­ly (Suis­se) SA und Bay­er (Schweiz) AG eine Bus­se von ins­ge­samt CHF 5.7 Mio und ver­bot ihnen eine wei­te­re Publi­ka­ti­on ihrer Preis­emp­feh­lun­gen für drei Hors-Liste-Arz­nei­mit­tel, weil sie mit Ver­kaufs­stel­len unzu­läs­si­ge Preis­ver­ein­ba­run­gen getrof­fen hat­ten. Wie die NZZ berich­tet, prü­fen die Unter­neh­men, ob sie dage­gen Rekurs ein­le­gen.

Die betrof­fe­nen Pro­du­zen­ten hat­ten die Wie­der­ver­kaufs­prei­se für ihre Medi­ka­men­te gegen erek­ti­le Dys­funk­ti­on (Via­gra, Cia­lis und Levi­tra) durch Publi­kums­preis­emp­feh­lun­gen fest­ge­legt. Die­se Prei­se wur­den in die bran­chen­spe­zi­fi­schen Infor­ma­tik­sy­ste­me inte­griert oder direkt von den Gros­si­sten an die Apo­the­ken und die selbst­dis­pen­sie­ren­den Ärz­te über­mit­telt, wel­che sie gröss­ten­teils unver­än­dert gegen­über ihren Pati­en­ten anwen­de­ten. Die­ses System sta­bi­li­sier­te die Fabrik­ab­ga­be­prei­se der Her­stel­ler und die Mar­gen der Ver­kaufs­stel­len. Nach Ansicht der WEKO stel­len sol­che Ver­hal­tens­wei­sen unzu­läs­si­ge Wett­be­werbs­ab­re­den gemäss Art. 5 Abs. 4 KG dar.

Die genann­ten Arz­nei­mit­tel sind zwar rezept­pflich­tig, doch die Kosten wer­den nicht von der Grund­ver­si­che­rung über­nom­men; ihr Preis ist daher nicht staat­lich vor­ge­ge­ben, son­dern wird von den Ver­käu­fern fest­ge­legt. Aus die­sem Grund unter­steht der Markt von Hors-Liste-Medi­ka­men­ten den all­ge­mei­nen Regeln des Kar­tell­rechts.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.