Streit­ge­gen­stand war die Bewil­li­gung zum Selbst­hil­fe­ver­kauf iSv OR 93 eines Pri­vat­flug­zeugs, das nach sei­ner Instand­set­zung auf dem Flug­ha­fen Genf-Coin­trin von der Eigen­tü­me­rin nicht abge­holt wur­de. Der Ein­zel­rich­ter am Zivil­ge­richt BS hat­te die öffent­li­che Ver­stei­ge­rung bewil­ligt und die Andro­hungs­frist auf sechs Wochen fest­ge­setzt. Das BGer trat auf die Beschwer­de in Zivil­sa­chen ein. Beim ange­foch­te­nen Ent­scheid han­del­te es sich nicht um einen sol­chen über eine vor­sorg­li­che Mass­nah­me, da die Bewil­li­gung ausser­halb eines Haupt­ver­fah­rens ent­schie­den wur­de.

Strit­tig war zunächst die ört­li­che Zustän­dig­keit. Das BGer schütz­te die Anwen­dung von GestG 11 (frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit). Dar­un­ter fal­len Zivil­ver­fah­ren fal­len, die kei­ne “Zivil­rechts­strei­tig­keit” sind. Da die Bewil­li­gung zum Selbst­hil­fe­ver­kauf nicht auf eine “end­gül­ti­ge, dau­ern­de Rege­lung zivil­recht­li­cher Ver­hält­nis­se im Sin­ne einer res iudi­ca­ta” zielt, han­delt es sich dabei um frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit iSv GestG 11.

In der Sache waren die Vor­aus­set­zun­gen zur Bewil­li­gung des Selbst­hil­fe­ver­kaufs gege­ben. Die Neben­pflicht zur Rück­ga­be des Flug­zeugs betraf eine Sach­lei­stung, und da die Gläu­bi­ge­rin ihre Mit­wir­kungs­pflicht im Sin­ne von OR 91 ver­letzt und damit die Her­stel­lung des ord­nungs­ge­mä­ssen Zustan­des selbst ver­un­mög­licht hat­te, befand sie sich in Annah­me­ver­zug.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.