Das BGer legt in einem anson­sten wenig inter­es­san­ten Fall die Grund­sät­ze des Besit­zes­schut­zes des Dienst­bar­keits­be­rech­tig­ten dar:
Der Dienst­bar­keits­be­rech­tig­te kann — neben Kla­gen, wie sie dem Eigen­tü­mer ver­gleich­bar zuste­hen — auch auf den Besit­zes­schutz nach ZGB 926 ff. beru­fen und gegen den Eigen­tü­mer des mit einem Weg­recht bela­ste­ten Grund­stücks, der die Aus­übung der Grund­dienst­bar­keit behin­dert, wegen Besit­zes­stö­rung nach ZGB 928 kla­gen. Im Besit­zes­schutz­pro­zess ist nicht auf den Inhalt der Grund­dienst­bar­keit gemäss Rechts­la­ge abzu­stel­len, son­dern auf die bis­he­ri­ge tat­säch­li­che Aus­übung. Das spielt zB in den Fäl­len eine Rol­le, wo das Recht des Grund­ei­gen­tü­mers auf Ein­frie­dung mit dem Recht des Berech­tig­ten auf frei­en Durch­gang kol­li­diert, wenn zB Tore, Gat­ter, Bar­rie­ren usw. den Weg­rechts­be­rech­tig­ten zwin­gen, anzu­hal­ten und die Abschran­kung zu öff­nen oder wenn Zäu­ne oder Mau­er den Durch­gang ver­klei­nern. Inner­halb der bun­des­recht­li­chen Schran­ken regeln die Kan­to­ne das Ver­fah­ren der Besit­zes­schutz­kla­gen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.