Das Gericht kann aus Grün­den der Zweck­mä­ssig­keit das Ver­fah­ren aus­set­zen, ins­be­son­de­re wenn das Urteil durch die Ent­schei­dung in einem ande­ren Rechts­streit beein­flusst wer­den kann (Art. 6 Abs. 1 des BZP i.V.m. Art. 71 BGG). Auf eine Sistie­rung besteht somit kein Rechts­an­spruch, wie das Bun­des­ge­richt in einem Urteil vom 15. März 2010 (6B_1087/2009 und 6B_25/2010) fest­hält.

In dem betref­fen­den Fall war eine Beschwer­de beim EGMR ein­ge­reicht wor­den. Das Bun­des­ge­richt hat ent­ge­gen dem Antrag der Beschwer­de­füh­rer ent­schie­den, dass eine Sistie­rung des Ver­fah­rens nicht zweck­mä­ssig sei, weil der Zeit­punkt des Ent­scheids des EGMR unge­wiss erscheint (E. 1.1).

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.