Die Weko hat den Zusam­men­schluss der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men Fran­ce Télé­com SA (Oran­ge) und Sun­ri­se Com­mu­ni­ca­ti­ons AG unter­sagt, wie heu­te bekannt wur­de (vgl. auch “Presserohstoff/Fact Sheet”, pdf, und das Inter­view mit Prof. Stof­fel in der NZZ). Aus Sicht der Weko­hät­te das Fusi­ons­pro­dukt zusam­men mit der Swis­s­com im schwei­ze­ri­schen Mobil­funk­marktei­ne kol­lek­tiv markt­be­herr­schen­de Stel­lung ein­ge­nom­men, die geeig­net wäre, den wirk­sa­men Wett­be­werb zu besei­ti­gen; beson­ders, weil durch die Fusi­on Sun­ri­se, der heu­te aktiv­ste Markt­teil­neh­mer, ver­schwin­den wür­de. Dadurch wäre der Wett­be­werbs­druck auf die domi­nan­te Swis­s­com ver­rin­gert wor­den, wie die WEKO schreibt.

Der Fall wur­de anders als die Zusam­men­schlüs­se von Migros und Den­ner sowie Coop und Car­re­four ent­schie­den, weil im Mobil­funk­markt — im Gegen­satz zum Detail­han­del — nicht mit neu­en Markt­ein­trit­ten zu rech­nen sei; im Gegen­teil wür­de durch die Fusi­on ein Markt­ein­tritt neu­er Anbie­ter prak­tisch ver­un­mög­licht.

Sun­ri­se und Oran­ge haben die Mög­lich­keit, den Ent­scheid der Weko beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt anzu­fech­ten (VwVG 31 und 33 f) oder sich mit einem Antrag auf aus­nahms­wei­se Zulas­sung aus über­wie­gen­den öffent­li­chen Inter­es­sen an den Bun­des­rat zu wen­den (KG 8).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.