Ein Gen­fer Anwalt war von sei­nem frü­he­ren Kli­en­ten erfolg­los ver­klagt wor­den, weil Bank­kon­ti, an wel­chen der Kli­ent wirt­schaft­lich berech­tigt war, erst mit Ver­spä­tung habe sper­ren las­sen, wodurch er einem frü­he­ren Beauf­trag­ten des Kli­en­ten ermög­licht habe, über Ver­mö­gens­wer­te wei­ter­hin zu ver­fü­gen. Das BGer kor­ri­gier­te das Urteil der Vor­in­stan­zen; der Anwalt hat­te sei­ne Sorg­falts­pflich­ten ver­letzt.
Der Anwalt war zwar berech­tigt, zunächst ausser­ge­richt­lich eine Kon­to­sper­rung durch die Bank zu ver­fol­gen; eine Sper­rung durch eine gericht­li­che Anord­nung wäre für den Kli­en­ten nament­lich aus Dis­kre­ti­ons­grün­den weni­ger vor­teil­haft gewe­sen. Die Bank hat­te dar­auf­hin auch zuge­sagt, das frag­li­che Kon­to zu sper­ren, aber nur bis zu einem gewis­sen Datum. Dar­auf reich­te der Anwalt bei der Bank wei­te­re Unter­la­gen ein, doch ohne Ant­wort. Der Anwalt hät­te unter die­sen Umstän­den nicht dar­auf ver­trau­en dür­fen, dass das Kon­to wei­ter­hin blockiert blei­be:

Son devoir de dili­gence lui impo­sait alors de recher­cher sans délai une aut­re solu­ti­on et d’entreprendre les dém­ar­ches néces­saires, tel­les que requér­ir une sai­sie con­ser­va­toire; s’il n’agissait pas de sa prop­re initia­ti­ve, il devait sans délai aver­tir son cli­ent, le con­seil­ler et deman­der ses inst­ruc­tions. Il est con­stant que le défen­deur n’a entre­pris aucu­ne dém­ar­che; celui-ci ne pré­tend pas, et il est moins encore con­sta­té qu’il ait aver­ti son cli­ent et deman­dé des inst­ruc­tions. La vio­la­ti­on du devoir de dili­gence est donc avé­rée.”

Spä­ter ver­lang­te der Anwalt eine vor­sorg­li­che Kon­to­sper­rung, doch unter­liess er es, eine der meh­re­ren treu­hän­de­risch Berech­tig­ten als Adres­sa­ten des Ver­bots zu bezeich­nen. Da auch der Ein­wand des recht­mä­ssi­gen Alter­na­tiv­ver­hal­tens (feh­len­de natür­li­che Kau­sa­li­tät) die­ser Unter­las­sung auf­grund der Akten­la­ge schei­ter­te, kas­sier­te das BGer das ange­foch­te­ne Urteil und wies die Sache an die Vor­in­stanz zurück.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.