Hin­ter­grund des Urteils war eine Aus­ein­an­der­set­zung in einer Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft. Ein Ehe­paar, das zwei Ein­hei­ten besitzt, bemerk­te Unstim­mig­kei­ten in der Rech­nungs­füh­rung der StWEG und begehr­te in der Fol­ge die Abset­zung des Ver­wal­ters und die Ein­set­zung eines qua­li­fi­zier­ten, unab­hän­gi­gen Revi­sors zur Prü­fung der Rech­nun­gen. In der fol­gen­den StWEG-Ver­samm­lung unter­lag das Ehe­paar.  

Die erste Instanz, das Tri­bu­nal de pre­miè­re instan­ce in Genf, hat­te u.a. zur Fra­ge der Rech­nungs­füh­rung zwei Gut­ach­ten ein­ge­holt (was unzu­läs­sig war, aber ver­spä­tet gerügt wur­de), die Kla­ge aber abge­wie­sen. In der Fol­ge hat­te das Ehe­paar ver­langt, von der Pflicht, die Kosten für das Erst­gut­ach­ten zu tra­gen, befreit zu wer­den. Das BGer trat auf die Beschwer­de ein; ange­sichts der Kosten der Gut­ach­ten (CHF 20’000 und CHF 25’000) sei es gerecht­fer­tigt, die Kosten für das ver­lang­te Gut­ach­ten eines Revi­sors auf mind. CHF 10’000 zu ver­an­schla­gen, so dass der Streit­wert erreicht war. In der Sache weist das BGer die Beschwer­de ab. Strit­tig war u.a. die Fra­ge, ob der Beschluss der Ver­samm­lung, kei­nen Revi­sor ein­zu­set­zen, einen Anfech­tungs­grund dar­stellt. Das BGer führt dabei aus, dass die StWEG nicht ver­pflich­tet ist, sich ins HReg ein­tra­gen zu las­sen (OR 934 I) und daher kei­ne Pflicht zur kauf­män­ni­schen Buch­füh­rung hat (OR 957). Da sie den­noch nicht auf eine Form der Buch­hal­tung ver­zich­ten kann, soll­ten das Regle­ment und der Ver­trag mit dem Ver­wal­ter ent­spre­chen­de Bestim­mun­gen vor­se­hen. Vor­lie­gend sah das Regle­ment ledig­lich vor, dass der Ver­wal­ter im Tätig­keits­be­richt auch Kon­to­füh­rung und Bud­get zu berück­sich­ti­gen hat­te. Da Form und Inhalt dage­gen unbe­stimmt blie­ben, war die Ver­wei­ge­rung der Ein­set­zung eines Revi­sors kein Anfech­tungs­grund.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.