Das BVerw­Ger bestä­tigt einen Ent­scheid des IGE, das einen Wider­sprich von Roger & Gal­let gegen die Ein­tra­gung der Mar­ke“Johann Maria Fari­na zur Madon­na Köln Roy­al Echt Köl­nisch­was­ser (fig.).” abge­wie­sen hat­te, weil der mar­ken­mä­ssi­ge, ernst­haf­te Gebrauch der Wider­spruchs­mar­ke in einer von der Ein­tra­gung nicht wesent­lich abwei­chen­den Form (MSchG 11 II) inner­halb der Fünf­jah­res­frist (MSchG 12 Inicht glaub­haft (MSchG 32) gemacht wor­den war. Inter­es­sant sind v.a. die Zusam­men­fas­sung der Anfor­de­run­gen an die Art und Wei­se des Gebrauchs und des­sen Glaub­haft­ma­chung und das Erfor­der­nis eines nicht wesent­li­chen Unter­schieds zwi­schen ein­ge­tra­ge­ner und gebrauch­ter Mar­ke unter Berück­sich­ti­gung des rele­van­ten Markts.

Die ange­bo­te­nen Bewei­se waren untaug­lich, v.a. weil sie sich nicht auf einen Zeit­punkt inner­halb der Frist datie­ren lie­ssen. Ohne­hin ist eine Inter­net­sei­te allein zum gefor­der­ten Beweis untaug­lich, wenn nicht gezeigt wird, dass die Sei­te (auch) in der Schweiz zur Kennt­nis genom­men wur­de:

[…] la recou­ran­te a joint un extrait de son site Inter­net. Ce docu­ment n’est pas daté et aucun indi­ce ne per­met de déter­mi­ner si le site était acces­si­ble durant la péri­ode de réfé­rence. Il ne peut être retenu com­me preuve d’usage. De plus, con­for­mé­ment à la juris­pru­dence, il ne pour­rait pas être retenu com­me preuve de la vrai­sem­blan­ce d’un usa­ge sérieux des mar­ques oppo­san­tes, dès lors qu’aucun indi­ce ne per­met de con­stater si le site en questi­on a été con­sul­té par des con­som­ma­teurs suis­ses et que des achats y ont été effec­tués.”

Bewie­sen wur­de zwar der Gebrauch eines der Wider­spruchs­mar­ke ähn­li­chen Zei­chens, doch war die Abwei­chung des ver­wen­de­ten Zei­chens zur Mar­ke selbst unter Berück­sich­ti­gung der beson­ders dyna­mi­schen Natur des Par­fu­me­rie­markts zu gross.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.