Wie die Medi­en berich­tet haben, hat das BGer das Poker­spiel in der Vari­an­te “Texas Hold’em” in einem aus­führ­lich begrün­de­ten Urteil als Glücks­spiel i.S.v. SBG 3 I qua­li­fi­ziert. Es kam zum Schluss, dass bei die­ser Poker­va­ri­an­te ein geld­wer­ter Vor­teil in Aus­sicht steht, der über­wie­gend vom Zufall abhängt.
Ein Tur­nier sei ins­ge­samt als ein Spiel zu betrach­ten, weil der Ein­satz zu Beginn gelei­stet wird, ein Gewinn aber erst am Ende fest­steht.

Das BGer sah es nicht als erwie­sen an, dass Geschick­lich­keits­ele­men­te — die durch­aus rele­vant sei­en — das Glücks­mo­ment über­wie­gen; im Gegen­teil wer­de das Poker­spiel in der frag­li­chen Vari­an­te über­wie­gend als Glücks­spiel qua­li­fi­ziert. Die ESBK als Vor­in­stanz habe die Bedeu­tung von Sinn und Zweck der Spiel­ban­ken­ge­setz­ge­bung bei deren Aus­le­gung untersh­cä­tzt und das gesetz­lich vor­ge­ge­be­ne Haupt­kri­te­ri­um zu wenig gewich­tet (nach VSBG 60 II hat die ESBK dar­auf abzu­stel­len, “ob sich ein Spiel zum Glücks­spiel eig­net oder leicht zum Glücks­spiel ver­wen­den lässt”).

Auch dar­aus, dass GSV 21 Spiel­ban­ken erlaubt, “Poker” bzw. “Casi­no Stud Poker” als “Tisch­spie­le” anzu­bie­ten, kön­ne nicht geschlos­sen wer­den, dass sämt­li­che For­men von Poker not­wen­di­ger­wei­se als Glücks­spie­le gel­ten.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.