Adri­an Mutu hat­te ein Urteil des TAS im Ver­fah­ren gegen den Chel­sea Foot­ball Club Limi­ted, das Mutu zu Scha­den­er­satz­zah­lun­gen von rund EUR 17 Mio. ver­pflich­tet hat­te, vor BGer ange­foch­ten. Das BGer weist die Beschwer­de ab. Strit­tig waren Fra­gen der Befan­gen­heit von Schieds­rich­tern des CAS und die Ver­ein­bar­keit des Urteils des CAS mit dem mate­ri­el­len ord­re public.
Zunächst bestan­den kei­ne aus­rei­chen­den Anzei­chen für die Befan­gen­heit des Schieds­rich­ters Prof. Fuma­gal­li. Zwar hat­te Mutu behaup­tet, sein eng­li­scher Anwalt habe ein anony­mes Email emp­fan­gen, dem­zu­fol­ge Fuma­gal­lis  Mila­ne­ser Büro Roman Abra­mo­witsch ver­tre­ten habe, den Eigen­tü­mer des FC Chel­sea. Ange­sichts der unge­wis­sen Natur des Schrei­bens und der ein­läss­li­chen und vor allem unwi­der­spro­che­nen Stel­lung­nah­me Fuma­gal­lis reich­te dies aber nicht aus, den Anschein der Befan­gen­heit zu erwecken.

Auch der Schieds­rich­ter Mar­tens war nicht befan­gen. Ihm wur­de vor­ge­wor­fen, er habe das Ent­scheid­gre­mi­um des ersten Urteisl im vor­lie­gen­den Streit­fall prä­si­diert; dadurch habe sei­ne Teil­nah­me am TAS in die­sem Fall die IBA Gui­de­li­nes on Con­flicts of Inte­rest in Inter­na­tio­nal Arbi­tra­ti­on (pdf) ver­letzt. Das BGer weist die­ses Argu­ment zurück; nicht gestützt auf die IBA-Gui­de­li­nes, son­dern die Anwen­dung schweiz­recht­li­cher Grund­sät­ze: “Or, sauf cir­con­stan­ces excep­ti­on­nel­les, il n’est en princi­pe pas admis­si­ble de con­te­ster a poste­rio­ri la régu­la­rité de la com­po­si­ti­on du tri­bu­nal arbi­tral qui a ren­du la sen­tence fina­le au seul motif que ses mem­bres ont déjà sta­tué dans la même cau­se en par­ti­ci­pant au pro­non­cé de sen­ten­ces préju­di­ci­el­les ou par­ti­el­les”.

Das Urteil des TAS ver­stiess zuletzt nicht gegen den mate­ri­el­len ord­re public. Mutu war ver­pflich­tet wor­den, dem FC Chel­sea eine Ent­schä­di­gung von rund EUR 17 Mio. zu zah­len, nach­dem er — wegen eines posi­ti­ven Koka­in­tests — aus sei­nem 5-Jah­res-Ver­trag frist­los ent­las­sen wor­den war. Die Ent­schä­di­gung errech­ne­te sich u.a. aus nicht amor­ti­sier­ten Trans­fer­zah­lun­gen durch den FC Chel­sea an den frü­he­ren Club Mutus, Par­ma. Die Ver­trags­dau­er von fünf Jah­ren war nicht über­mä­ssig iSv ZGB 27 II (was als ord­re public-Ver­let­zung in Fra­ge gekom­men wäre), und

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.