Der EDÖB kommt in sei­ner Emp­feh­lung vom 9 Juni 2010 (pdf) im Zusam­men­hang mit dem Polan­ski-Ver­fah­ren und einem Gesuch um Ein­sicht in das Fax­schrei­ben des BJ an das „Office of Inter­na­tio­nal Affairs“ vom 21. Sep­tem­ber 2009 betref­fend Roman Polan­ski zum Ergeb­nis, dass

  • alle amt­li­chen Doku­men­te, die zeit­lich nach der for­mel­len Eröff­nung eines Rechts­hil­fe­ver­fah­rens vom BJ erstellt oder dem BJ über­mit­telt wur­den, nach BGÖ 3 I a 3 nicht in den Gel­tungs­be­reich des BGÖ fal­len, und 
  • dass das Rechts­hil­fe­ver­fah­ren gemäss BGE 117 IV 209 E. 1.d nicht in ein for­mel­les und vor­he­ri­ges “nicht eigent­li­ches” Ver­fah­ren unter­teilt wer­den kön­ne, dass daher das Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren bereits mit dem Ein­gang des Ersu­chens nach IRSG 42 ange­ho­ben wer­de, und
  • das Fax­schrei­ben vom 21. Sep­tem­ber 2009 und alle damit in Zusam­men­hang ste­hen­den Doku­men­te daher Teil des Ver­fah­rens der inter­na­tio­na­len Rechts­hil­fe in Straf­sa­chen und des­halb vom Anwen­dungs­be­reich des BÖG aus­ge­nom­men sind.
David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.