Das BVerw­Ger hat­te mit Urteil vom 14. Janu­ar 2009 ent­schie­den, dass die EStV nicht berech­tigt war, Vor­steu­er­gut­ha­ben der Grup­pen­ge­sell­schaf­ten der SAir­Group (nach Auf­lö­sung der Mehr­wert­steu­er­grup­pe “Swis­sair” im Gefol­ge des Groun­dings) mit dem Dar­le­hen des Bun­des an die Swis­sair Schwei­ze­ri­sche Luft­ver­kehr-Akti­en­ge­sell­schaft zu ver­rech­nen, weil es an der Vor­aus­set­zung der Gegen­sei­tig­keit feh­le.

Das BGer bestä­tigt die­ses Urteil. Vor BGer war nur strit­tig, wem das Vor­steu­er­gut­ha­ben der ehe­ma­li­gen Mehr­wert­steu­er­grup­pe “Swis­sair” zusteht, also die Fra­ge, wie ein all­fäl­li­ges Vor­steu­er­gut­ha­ben nach Been­di­gung der Grup­pen­be­steue­rung zu behan­deln ist. Das Gesetz ent­hält hier­zu kei­ne Bestim­mun­gen. Wie das BGer fest­hält, war es “zweck­mä­ssig”, OR 530 ff. “hilfs­wei­se ana­log” auf die Mit­glie­der der MWSt-Grup­pe anzu­wen­den.

Das ist schon des­halb gebo­ten, weil den Grup­pen­mit­glie­dern — gleich wie die Teil­ha­ber ande­rer pri­vat­recht­li­cher Rechts­ge­mein­schaf­ten (vgl. Art. 32 Abs. 1 lit. a-e aMWSTG) — der Vor­steu­er­ab­zug zur gesam­ten Hand zusteht und sie zudem für die Steu­er soli­da­risch haf­ten. Es kann dies­be­züg­lich auf die zutref­fen­den Aus­füh­run­gen der Vor­in­stanz im ange­foch­te­nen Erkennt­nis (E. 7.1) ver­wie­sen wer­den.”

Die Aus­zah­lung des Vor­steu­er­gut­ha­bens kann des­halb nur an alle ehe­ma­li­gen Grup­pen­ge­sell­schaf­ten zur gesam­ten Hand oder an einen Ver­tre­ter erfol­gen. Die EStV kann die Grup­pen­mit­glie­der ein­zeln auf­for­dern, einen gemein­sa­men Ver­tre­ter zu bezeich­nen.
David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.