Die Klä­ge­rin hat­te in einer Absichts­pau­lia­na (SchKG 288) im Janu­ar 2007 den Ver­kauf zwei­er Grund­stücke ange­foch­ten und die Zah­lung von rund CHF 420’000 ver­langt. Spä­ter, im Dezem­ber 2007, hat­te sie ihr Kla­ge­be­geh­ren dahin­ge­hend geän­dert, es sei fest­zu­stel­len, dass die betref­fen­den Grund­stücke zur Ver­wer­tung her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen und der Kon­kurs­mas­se zurück­zu­ge­ben sei­en; allen­falls sei Erwer­be­rin der Grund­stücke zu ver­pflich­ten, ihr CHF 420’000 nebst Zins zu zah­len. Fer­ner sei die Kon­kurs­mas­se anzu­wei­sen, die Grund­stücke zur Ver­wer­tung her­an­zu­zie­hen und die Beschlag­nah­me zu voll­zie­hen.

Die Beklag­te wand­te dage­gen ein, das Begeh­ren auf Rück­über­tra­gung der Grund­stücke im Dezem­ber 2007 sei erst nach der Frist von SchKG 292 Ziff. 2 erfolgt und daher verwirkt.Das OGer ZG schütz­te die­sen Ein­wand. Das BGer weist eine dage­gen gerich­te­te Beschwer­de gut.

Die Ein­ga­be vom 19. Dezem­ber 2007 ent­hielt inso­fern nichts Neu­es, als der dem Rechts­be­geh­ren, die Ver­wer­tung der drei Grund­stücke zu Gun­sten der Kon­kurs­mas­se zuzu­las­sen, zugrun­de lie­gen­de Sach­ver­halt schon aus der Kla­ge­schrift vom 17. Janu­ar 2007 klar her­vor­ge­gan­gen war. Bereits auf­grund der Kla­ge­schrift wuss­te die Beschwer­de­geg­ne­rin mit ande­ren Wor­ten um die pau­lia­ni­sche Anfech­tung der Grund­stück­käu­fe, so dass sie den Kla­ge­grund vor Ablauf der Ver­wir­kungs­frist von Art. 292 Ziff. 2 SchKG kann­te. In BGE 39 II 368 (E. 1 S. 372) hielt das Bun­des­ge­richt — zumin­dest für den Fall des Kon­kur­ses, wo der durch ein anfecht­ba­res Rechts­ge­schäft ver­äu­sser­te Ver­mö­gens­wert in vol­lem Umfan­ge zur Mas­se zu schla­gen ist — das Kla­ge­be­geh­ren, fest­zu­stel­len, dass der Anfech­tungs­tat­be­stand erfüllt sei, für aus­rei­chend; ob das Begeh­ren sich direkt auf die ent­zo­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te oder auf die Fest­stel­lung der Anfecht­bar­keit ihrer Ver­äu­sse­rung bezie­he, sei letzt­lich das Glei­che. Das nach die­sem Urteil ent­schei­den­de Rechts­be­geh­ren war hier schon in der Ein­ga­be vom 17. Janu­ar 2007 gestellt wor­den, so dass die Abwei­sung der Kla­ge wegen Ver­wir­kung des Anfech­tungs­an­spruchs gegen Bun­des­recht ver­stösst.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.