Das BGer rech­net es als Selbst­ver­schul­den iSv OR 44 I an, ein elek­tri­sches Gerät (hier: ein Dampf­bü­gel­sy­stem) nach der Nut­zung nicht vom Strom­netz zu tren­nen. Dabei hand­le es sich um eine klas­si­sche Vor­sichts­mass­nah­me, die für alle Elek­tro­ge­rä­te gilt, die im Bereich des Haus­halts oder des Heim­wer­kens ver­brei­tet genutzt wer­den. Unklar bleibt im vor­lie­gen­den Urteil, ob dies auch dann gilt, wenn eine Gebrauchs­an­wei­sung dies nicht aus­drück­lich vor­schreibt. Hier war dies indes der Fall. Dass sich der ent­spre­chen­de Hin­weis erst auf Sei­te 47 fand, spielt aber kei­ne Rol­le. Im Gegen­teil wer­de ein sol­ches Doku­ment vor der ersten Nut­zung des Geräts “im Detail stu­diert”, so dass sich ein “Auto­ma­tis­mus” ent­wick­le. Es ist daher nicht erfor­der­lich, bana­le Anwei­sun­gen beson­ders her­vor­zu­he­ben. Das BGer schütz­te daher die Reduk­ti­on des Scha­den­er­sat­zes von 20% durch die Vor­in­stan­zen (die Ersatz­pflicht beruh­te auf PrHG 1 I a).

Strit­tig waren fer­ner Fra­gen der Kapi­ta­li­sie­rung des Scha­den­er­sat­zes und der Genug­tu­ung (hier CHF 10’000).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.