Das BVerw­Ger hält die Wort­mar­ken “Muri­no” und “Muro­li­no” für ver­wech­sel­bar iSv MSchG 3 I c. Zwi­schen  “Klas­se 19: Wär­me­däm­men­de, tra­gen­de Bau­ele­men­te (nicht aus Metall)” und “Klas­se 19: Bau­ma­te­ria­li­en, nicht aus Metall, ins­be­son­de­re Zie­gel­stei­ne” besteht Waren­gleich­ar­tig­keit, so dass die Ver­wechs­lungs­ge­fahr nach einem stren­gen Mass­stab zu prü­fen ist. “Muro­li­no” wird durch die Ver­kehrs­krei­se zwar als “Mäu­er­chen” ver­stan­den und ist daher kenn­zeich­nungs­schwach. Die Endung “-ino” hat wegen ihrer Häu­fig­keit nur einen gerin­gen Ein­fluss auf die Kenn­zeich­nungs­kraft. Sie ist hier (für “Muro”) aber wenig nahe­lie­gend, so dass “Muro­li­no” doch einen gewis­sen Schutz­um­fang geniesst. Daher:

Ange­sichts der gro­ssen Aus­wahl an nicht-gän­gi­gen ita­lie­ni­schen Dimi­nu­tiv­for­men wie muruc­cio, muro­lo usw. und der einen stren­gen Beur­tei­lungs­mass­stab erhei­schen­den Waren­iden­ti­tät ist die Wider­spruchs­mar­ke sogar in Anbe­tracht ihres erheb­lich ein­ge­schränk­ten Schutz­um­fangs vor einer der­art unmit­tel­ba­ren Nach­ah­mung ihrer unge­wöhn­li­chen Dimi­nu­tiv­bil­dung in Schutz zu neh­men.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.