In einer Betrei­bung gegen eine schwei­ze­ri­sche AG stell­te die deut­sche Gläu­bi­ge­rin das Gesuch um pro­vi­so­ri­sche Rechts­öff­nung (“pro­vR”). Strit­tig war vor BGer ledig­lich die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der schwei­ze­ri­schen Gerich­te. Zwar fie­len die Gerichts­stän­de nach LugÜ 2 und nach LugÜ 16 Ziff. 5 hier zusam­men, doch beruh­te die For­de­rung auf einer Ver­ein­ba­rung mit abwei­chen­der Gerichts­stands­ver­ein­ba­rung. Das BGer muss­te des­halb die umstrit­te­ne Fra­ge prü­fen, ob der zwin­gen­de LugÜ 16 Ziff. 5 anwend­bar war.

Wie das BGer ent­schied, fällt das Ver­fah­ren der pro­vR — ent­ge­gen der Recht­spre­chung u.a. des Zür­cher Ober­ge­richts — unter  LugÜ 16 Ziff. 5. Mass­ge­bend war die aus Sicht des BGer rein betrei­bungs­recht­li­che Natur des Ver­fah­rens der pro­vR:

Unter Art. 16 Ziff. 5 LugÜ fal­len Ver­fah­ren, die unmit­tel­bar die Zwangs­voll­streckung zum Gegen­stand haben […]. Der Bezug der pro­vi­so­ri­schen Rechts­öff­nung zur Zwangs­voll­streckung ist nach dem Gesag­ten der­ma­ssen eng, dass die­ses Ver­fah­ren unter Art. 16 Ziff. 5 LugÜ zu sub­su­mie­ren ist.”

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.