In einem bereits am 6. Sep­tem­ber 2010 ver­öf­fent­lich­ten Ent­scheid hat­te das BGer fest­ge­hal­ten, dass ver­trag­li­che Ver­fü­gun­gen über das Recht am eige­nen Bild im Rah­men von ZGB 27 grund­sätz­lich zuläs­sig sind. Dem­nach sind auch Klau­seln über eine Rück­tritts­ent­schä­di­gung im Fall des Wider­rufs der Zustim­mung nicht per se unver­bind­lich. Für “ganz ausser­ge­wöhn­li­che Lebens­la­gen” sei es aber denk­bar, die­ses Prin­zip streng hand­zu­ha­ben (vgl. dazu Haas, Jus­let­ter 15. Nov. 2010).

Wenn bei der Ver­fü­gung über ein Per­sön­lich­keits­gut wirt­schaft­li­che Inter­es­sen im Vor­der­grund ste­hen, wäre es ange­sichts der Bedeu­tung der Selbst­ver­mark­tung in den letz­ten Jahr­zehn­ten lebens­fremd, Ver­fü­gun­gen über Per­sön­lich­keits­gü­ter wie das eige­ne Bild oder den eige­nen Namen grund­sätz­lich aus­zu­schlie­ssen. Das gilt nicht nur für bekann­te Per­sön­lich­kei­ten, son­dern auch für die B-Pro­mi­nenz wie Teil­neh­mern an “rea­li­ty shows” und sogar für Per­so­nen, die sich “an beschei­de­ne­ren Pro­duk­tio­nen” betei­li­gen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.