Die Gesund­heits­di­rek­ti­on des Kan­tons Zürich hat BGBM 2 bzw. 4 nicht ver­letzt, indem sie die Ver­trau­ens­wür­dig­keit eines im Kan­ton Appen­zell auch für Injek­tio­nen zuge­las­se­nen Heil­prak­ti­kers noch­mals über­prüft und die­sem auf­grund des Ergeb­nis­ses die Bewil­li­gung für u.a. Injek­tio­nen ver­wei­gert hat. Zwar gilt die Ver­mu­tung der Gleich­wer­tig­keit kan­to­na­ler Zulas­sungs­be­din­gun­gen nach BGBM 4 I auch für die Ver­trau­ens­wür­dig­keit. Eine erneu­te Prü­fung bleibt aber zuläs­sig, wenn 

wenn kon­kre­te Anhalts­punk­te dafür bestehen, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die sei­ner­zei­ti­ge Markt­zu­las­sung im Her­kunfts­kan­ton gar nie erfüllt wur­den oder zwi­schen­zeit­lich nicht mehr erfüllt wer­den.”

Letz­te­res traf hier zu: Der Vor­wurf man­geln­der Ver­trau­ens­wür­dig­keit stütz­te sich auf Ereig­nis­se, die sich im Kan­ton Zürich zuge­tra­gen hat­ten und den Behör­den des Kan­tons Appen­zell wahr­schein­lich unbe­kannt waren. Das BGer schütz­te des­halb den Ent­scheid des VGer ZH. Wie die Vor­in­stanz liess es die Fra­gen offen, ob sich ein Recht zur Prü­fung der Ver­trau­ens­wür­dig­keit aus MedBG 35 II und III als lex spe­cia­lis zum BGBM ergibt (so die Gesund­heits­di­rek­ti­on ZH). Offen blieb auch die Fra­ge, ob der Kan­ton Zürich das BGBM ver­letzt, wenn er die Durch­füh­rung von Injek­tio­nen und Blut­ent­nah­men von einer Berufs­aus­übungs­be­wil­li­gung als Arzt oder einem Kran­ken­pfle­ge­di­plom abhän­gig macht (das VGer ZH neig­te die­se Ansicht zu).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.