In einer Betrei­bung einer Bank gegen eine Dar­le­hens­neh­me­rin war strit­tig, ob der zwi­schen den Par­tei­en bestehe­ne Rah­men­kre­dit­ver­trag einen pro­vi­so­ri­schen Rechts­öff­nungs­ti­tel iSv SchKG 81 I dar­stellt.

Ein Dar­le­hens­ver­trag ist nur dann ein Rechts­öff­nungs­ti­tel, wenn er eine bestimm­te Sum­me nennt und der Schuld­ner die Aus­zah­lung nicht bestrei­tet. Das trifft auf einen Kon­to­kor­rent­ver­trag nicht zu, weil das Kon­to­kor­rent ledig­lich ein gegen­sei­ti­ges Abrech­nungs­ver­hält­nis mit schwan­ken­dem Sal­do begrün­det. Das­sel­be gilt, wie das BGer hier fest­hält, auch für einen Rah­men­kre­dit­ver­trag, wenn dar­in nicht die ver­bind­li­che Hin­ga­be einer bestimm­ten oder leicht bestimm­ba­ren Sum­me ver­ein­bart wird, son­dern nur ein Höchst­be­trag, bis zu dem ein Kre­dit bean­sprucht wer­den kann.

Ein dar­über hin­aus zwi­schen den Par­tei­en bestehen­der Kre­dit­ver­trag half nicht, weil er sei­tens der Schuld­ne­rin nur durch eine ledig­lich kol­lek­tiv zeich­nungs­be­rech­tig­te Per­son unter­zeich­net wor­den war. Dass sich das KGer SG als Vor­in­stanz auf die­sen Kre­dit­ver­trag gestützt hat­te, war des­halb will­kür­lich.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.