Das BVGer äussert sich im Qua­drant-Urteil (B-5272/2009) u.a. zur Bestim­mung des Min­dest­prei­ses, den ein öffent­li­ches Kauf­an­ge­bot (BEHG 22 ff) nach BEHG 32 IV ein­zu­hal­ten hat, und ins­be­son­de­re zur Berück­sich­ti­gung wesent­li­cher Lei­stun­gen zwi­schen den Par­tei­en im Rah­men eines vor­aus­ge­gan­ge­nen Erwerbs (BEHV-FINMA 41 IV). Zu die­ser Fra­ge vgl. die Medi­en­mit­tei­lung (pdf) des BVGer:

In mate­ri­el­ler Hin­sicht äussert sich das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nicht dazu, wie hoch der Ange­bots­preis sein muss. Es hat auch kei­ne Exper­ti­sen zu den umstrit­te­nen Bewer­tungs­fra­gen ein­ge­holt. Es teilt die Auf­fas­sung der Vor­in­stan­zen, dass die Über­nah­me­kom­mis­si­on für die­se Fra­gen grund­sätz­lich auf die Beur­tei­lung der Prüf­stel­le abstel­len darf. Die Beur­tei­lung der Prüf­stel­le muss aber trans­pa­rent, nach­voll­zieh­bar und plau­si­bel sein. Im vor­lie­gen­den Fall hat­ten die Über­nah­me­kom­mis­si­on und die FINMA dies bejaht. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt folgt die­ser Auf­fas­sung indes­sen in ver­schie­de­nen Punk­ten nicht. Ins­be­son­de­re befin­det das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt eine nur “gesamt­haf­te Betrach­tungs­wei­se” für unzu­läs­sig. Die wesent­li­chen Lei­stun­gen und Gegen­lei­stun­gen, die sich gegen­über ste­hen, müs­sen statt­des­sen je ein­zeln fest­ge­stellt und bewer­tet wer­den und die Prüf­stel­le muss ihre Beur­tei­lung ent­spre­chend begrün­den.”

In for­mel­ler Hin­sicht hält das BVGer fest, dass sich die Par­tei­stel­lung im Beschwer­de­ver­fah­ren im Anwen­dungs­be­reich des BEHG aus VwVG 48 I ergibt.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.