Das BGer ver­wei­gert eine Ände­rung des Pflich­ten­hefts iSv GUB/GGA-V 7 für Sau­cis­sons Vau­dois. Die Asso­cia­ti­on Char­cu­te­rie Vau­doi­se IGP, hat­te ver­langt, auch die Ver­wen­dung von Schwei­ne­schnau­ze zuzu­las­sen, die – auf­grund des Gehalts an Schwar­te – nicht zuge­las­sen ist.

Die Ände­rung von Pflich­ten­hef­ten folgt dem Ein­tra­gungs­ver­fah­ren (GUB/GGA-V 14), dh GUB/GGA-V 5 ff. (vgl. auch den Leit­fa­den des BLW); das BGer stellt die anwend­ba­ren Bestim­mun­gen ein­ge­hend dar. Dabei sind Ände­run­gen mate­ri­ell in dop­pel­ter Hin­sicht beschränkt: Die Inter­es­sen der Kon­su­men­ten sind zu berück­sich­ti­gen, und die Vor­aus­set­zun­gen der GUB/GGA-V müs­sen stets erfüllt sein (Art. 6 Abs. 1). Im vor­lie­gen­den Fall wur­de die Zulas­sung von Schwei­ne­schnau­ze ver­wei­gert, weil dadurch Schwar­te in das Pro­dukt gelan­gen wür­de, deren Her­kunft sich im End­pro­dukt nicht bestim­men lie­sse; die Ver­wen­dung min­der­wer­ti­ger Schwar­te lie­sse sich des­halb nicht fest­stel­len. Die ver­lang­te Ände­rung des Pflich­ten­hefts wür­de des­halb die Qua­li­tät des Pro­dukts gefähr­den, und ver­stie­sse des­halb gegen GUB/GGA-V 3 I b und damit auch gegen Art. 6 Abs. 1.

Aus dem Ent­scheid und der Begrün­dung, die auf den erwähn­ten Leit­fa­den und auf Aus­zü­ge aus den Geschäfts­be­rich­ten der Kom­mis­si­on GUB-GGA (vgl. hier) ver­weist, lässt sich auf eine gene­rell stren­ge Behand­lung von Ände­rungs­ge­su­chen schlie­ssen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.