Das BGer hat ein Urteil des HGer ZH aus meh­re­ren Grün­den auf­ge­ho­ben. Hin­ter­grund waren die Umstän­de der Inan­spruch­nah­me einer “Bürg­schafts­ga­ran­tie”, auf die unbe­strit­te­ner­ma­ssen OR 510 III anwend­bar war (Bürg­schaft auf Zeit, recht­zei­ti­ge Gel­tend­ma­chung).

Das BGer

  • bestä­tigt die Recht­spre­chung, dass aOR 139 auf Ver­wir­kungs­fri­sten ana­lo­ge Anwen­dung fand;
  • dass aOR 139 anwend­bar war, obwohl die Kla­ge fälsch­li­cher­wei­se bei Frie­dens­rich­ter (hier: anstel­le des HGer ZH) ein­ge­reicht und der Feh­ler erst nach Ein­rei­chung der (auf­grund man­geln­der Zustän­dig­keit des Frie­dens­rich­ters zu Unrecht) aus­ge­stell­ten Wei­sung bemerkt wur­de;
  • aOR 139 von Amtes wegen zu beach­ten war;
  • dass aOR 139 auch bei Ein­kla­gung einer fal­schen Per­son anwend­bar war, sofern es sich dabei um einen ver­bes­ser­li­chen Feh­ler  (dh kei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr) han­delt.

OR 139 wur­de durch die ZPO auf­ge­ho­ben. Sein Inhalt wur­de in den (umfas­sen­de­ren) Art. 132 ZPO über­nom­men, wobei die Frist nicht mehr 90, son­dern max. 60 Tage beträgt (ZPO 63).

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.