Das BGer hat­te einen Ver­trag zwi­schen einem Archi­tek­ten und einem Gene­ral­un­ter­neh­mer zu qua­li­fi­zie­ren. Die Bau­ar­bei­ten liess der Archi­tekt durch den Gene­ral­un­ter­neh­mer und einen Inge­nieur aus­füh­ren; gegen­über dem Bau­herrn trat allein er auf. Spä­ter ent­stand Streit zwi­schen dem Archi­tek­ten und dem Gene­ral­un­ter­neh­mer. Strit­tig war die Fra­ge, ob der Gene­ral­un­ter­neh­mer für offe­ne For­de­run­gen den Archi­tek­ten oder den Bau­herrn ein­zu­kla­gen hat­te.

Das BGer unter­schei­det den TU- und den GU-Ver­trag:

  • Gene­ral­un­ter­neh­mer (GU): Pflicht zur Erstel­lung eines Werks, allen­falls durch Unter­be­auf­trag­te;
  • Total­un­ter­neh­mer (TU): Pflicht zur Erstel­lung eines Werks, zusätz­lich aber auch Pro­jek­tie­rung und Pla­ner­stel­lung.
Auch ein Archi­tekt kann in die­sen Funk­tio­nen auf­tre­ten. Im vor­lie­gen­den Fall ging das BGer von einem Total­un­ter­neh­mer­ver­trag zwi­schen dem Archi­tek­ten und dem Bau­herrn aus, weil der Archi­tekt der ein­zi­ge Ansprech­part­ner des Bau­herrn war und der Bau­herr davon aus­ge­hen durf­te, sich durch die Zah­lung des Archi­tek­ten von allen Ver­bind­lich­kei­ten befrei­en zu kön­nen. Dem­entspre­chend war der Gene­ral­un­ter­neh­mer Unter­ak­kor­dant des Archi­tek­ten, so dass die­ser für eine Kla­ge des Gene­ral­un­ter­neh­mers pas­siv­le­gi­ti­miert war.
David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.