Die Ver­pflich­tung, ein Mais­feld mit einem Mais­häcks­ler zu bear­bei­ten, begrün­det einen Werk­ver­trag. Im vor­lie­gen­den Fall wur­de der Mais­häcks­ler, der dem Unter­neh­mer gehört, durch ein Metall­stück beschä­digt, wor­auf der Unter­neh­mer den Bestel­ler wegen einer Ver­let­zung von dess­sen Infor­ma­ti­ons­pflicht- bzw. Warn­pflicht auf Scha­den­er­satz in der Höhe der Repa­ra­tur­ko­sten von rund CHF 80’000 ein­ge­klagt.

Wie die Vor­in­stan­zen ver­neint das BGer eine sol­che Haf­tung:

Nach zutref­fen­der Auf­fas­sung der Vor­in­stanz umfasst die Neben­pflicht des Bestel­lers beim vor­lie­gen­den Mais­häcks­ler­ver­trag die Infor­ma­ti­ons­pflicht über grö­sse­re Hin­der­nis­se wie Grenz­stei­ne, Pfäh­le, Dolen und Schäch­te, nicht aber die Pflicht, das Feld nach klei­nen Metall­stücken abzu­su­chen. In der Tat wäre es unver­hält­nis­mä­ssig und unzu­mut­bar, vom Bestel­ler zu ver­lan­gen, vor dem Mais­häcks­ler­ein­satz das gesam­te mit mehr als manns­ho­hem Mais bewach­se­ne Grund­stück nach klei­nen Metall­tei­len abzu­su­chen. […] Ohne­hin könn­te die Infor­ma­ti­ons­pflicht des Bestel­lers nur sol­che Hin­der­nis­se erfas­sen, die der Bestel­ler im Rah­men des Zumut­ba­ren über­haupt erken­nen könn­te. Nach den ver­bind­li­chen Fest­stel­lun­gen der Vor­in­stanz trifft Letz­te­res auf das frag­li­che Metall­stück selbst im Zeit­punkt der Aus­saat, als das Grund­stück also noch nicht mit manns­ho­hem Mais bewach­sen war, gera­de nicht zu.” 

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.