Ein Notar hat­te in einem Grund­stück­kauf­ver­trag wis­sent­lich und zu Unrecht beur­kun­det, ein Grund­stück befin­de sich voll­stän­dig in einer Bau­zo­ne. Er wur­de in der Fol­ge wegen Urkun­den­fäl­schung im Amt iSv StGB 317 II (Falsch­be­ur­kun­dung) gebüsst. Spä­ter konn­te eini­ge Eini­gung mit der Gemein­de gefun­den wer­den, so dass das Grund­stück den­noch bebaut wer­den konn­te.

In der Fol­ge wei­ger­te sich der Käu­fer, das Hono­rar des Notars zu bezah­len, mit dem Argu­ment, der Hono­rar­an­spruch sei auf rechts­miss­bräuch­li­che Wei­se erwor­ben wor­den (“nemo auditur tur­pi­tu­di­nem suam alle­gans”).

Das KGer VS hat­te den Hono­rar­an­spruch bejaht, denn 

les ser­vices du notaire ont été, non­ob­stant les err­eurs com­mi­ses, uti­les: l’acte instru­men­té, fixant un prix de ven­te de 630’000 fr., a été inscrit au regist­re fon­cier et muté au cadast­re de …, la recou­ran­te y figu­rant com­me pro­prié­taire de la par­cel­le liti­gieu­se; une solu­ti­on ayant fina­le­ment été trou­vée avec la com­mu­ne de …, en accord avec le regist­re fon­cier, la vil­la qui devait être con­strui­te sur la par­cel­le se trouve fina­le­ment tota­le­ment à l’intérieur de la zone à bâtir.”

Ein Scha­den war dem Käu­fer des­halb nicht ent­stan­den. – Das BGer schützt die­sen Ent­scheid als nicht will­kür­lich.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.