Der VgT hat­te in sei­nem Organ behaup­tet, die Hüh­ner­fa­brik Eugster Eier AG in Bal­ters­wil betrei­be Mas­sen­tier­hal­tung, las­se die Eier die­ser Hen­nen aber in der Migros als Frei­land­ei­er ver­kau­fen (hier nach­zu­le­sen). Die Migros (d.h. der MGB) sag­te dar­auf gegen­über einem Drit­ten: “Wir kön­nen Ihnen ver­si­chern, dass sich die Frei­land­hen­nen bei schö­nem Wet­ter drau­ssen auf­hal­ten. Die Tier­hal­tung ent­spricht auch allen gesetz­li­chen Vor­ga­ben. Sonst wäre der VgT nicht schon zwei­mal vor dem Gericht abge­blitzt.”

Der VgT bemüh­te sich in der Fol­ge erfolg­los beim OGer TG um die gericht­li­che Fest­stel­lung, die­se Aus­sa­ge sei per­sön­lich­keits­ver­let­zend (das Plä­doy­er von Erwin Kess­ler fin­det sich hier). Das BGer schützt die­sen Ent­scheid. Ins­be­son­de­re lag kei­ne wider­recht­li­che Per­sön­lich­keits­ver­let­zung vor. Zwar war die Aus­sa­ge der Migros unge­nau, weil die Vor­wür­fe des VgT aus for­mel­len Grün­den nicht mate­ri­ell beur­teilt wor­den waren. Die Aus­sa­ge sei aber gegen­über einer Per­son erfolgt, die den Sach­ver­halt kann­te.

Die Mit­tei­lung ist mit Blick auf die gesam­ten Umstän­de nur als unge­nau anzu­se­hen. Sol­che Unge­nau­ig­kei­ten sind aber im Rah­men hef­ti­ger Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Kauf zu neh­men und sind noch nicht als wider­recht­li­che Per­sön­lich­keits­ver­let­zung recht­lich rele­vant.”

Das BGer fügt hin­zu, die unge­naue strit­ti­ge Aus­sa­ge sei über­dies nicht ganz unwahr, denn eine vom VgT ange­streng­te Straf­un­ter­su­chung wur­de auf­grund einer mate­ri­el­len Beur­tei­lung min­de­stens eines Teils der Vor­wür­fe des VgT ein­ge­stellt.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.