Nach einer Stu­die der Uni­ver­si­tät Zürich und des Wis­sen­schafts­zen­trums Ber­lins, wel­che die Ent­wick­lung der 30 besten Demo­kra­ti­en der Welt von 1995 bis 2005 zeigt, ist die Schwei­zer Demo­kra­tie mit Platz 14 nur Mit­tel­mass. Nach dem sog. “Demo­kra­tie­ba­ro­me­ter” wei­sen Däne­mark, Finn­land und Bel­gi­en die höch­ste sowie Gross­bri­tan­ni­en und Frank­reich vor Polen, Süd­afri­ka und Costa Rica die nied­rig­ste Demo­kra­tie­qua­li­tät auf.

In den bei­den Medi­en­mit­tei­lun­gen vom 27. Janu­ar 2011, die hier und hier abge­ru­fen wer­den kön­nen, heisst es:

Die Schweiz erweist sich zwar hin­sicht­lich der Erfül­lung indi­vi­du­el­ler Frei­hei­ten, akti­ver Öffent­lich­keit, Wett­be­werb und Regie­rungs­fä­hig­keit als ein demo­kra­ti­sches Muster­land. Gewal­ten­kon­trol­le, Trans­pa­renz und Par­ti­zi­pa­ti­on wer­den aber nur sehr schlecht umge­setzt: In der Schweiz kann die Legis­la­ti­ve die Regie­rung nur sehr unzu­rei­chend kon­trol­lie­ren, die Judi­ka­ti­ve ist im Ver­gleich mit ande­ren Demo­kra­ti­en nicht sehr unab­hän­gig, es gibt kei­ne trans­pa­ren­te Par­tei­en­fi­nan­zie­rung und – bis 2005 – kei­ne wirk­sa­me gesetz­li­che Garan­tie der Infor­ma­ti­ons­frei­heit. Dar­über hin­aus befin­det sich die poli­ti­sche Par­ti­zi­pa­ti­on sowohl bei Wah­len als auch bei Abstim­mun­gen auf einem sehr nied­ri­gen Niveau. […] Vom Ide­al einer Demo­kra­tie poli­tisch Glei­cher, in der alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sich poli­tisch enga­gie­ren und deren Inter­es­sen und Wer­te gleich­mä­ssig in die poli­ti­sche Are­na gelan­gen, ist die Schweiz wei­ter als die mei­sten ande­ren Demo­kra­ti­en ent­fernt.

Aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen fin­den sich in der Prä­sen­ta­ti­on der für die Stu­die ver­ant­wort­li­chen For­scher, Marc Bühl­mann und Prof. Wolf­gang Mer­kel. Ihr Fazit: «Ins­ge­samt lässt sich zei­gen, dass die Schweiz das Prin­zip Frei­heit gut ver­wirk­licht, das Prin­zip der poli­ti­schen Gleich­heit sich aber nur sehr man­gel­haft durch­ge­setzt hat.»

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.