Das BGer bestä­tigt sei­ne Recht­spre­chung, wonach der Lauf der Ver­jäh­rungs­frist für Scha­den­er­satz­an­sprü­che aus ver­trags­wid­ri­ger Kör­per­ver­let­zung (OR 127) mit dem pflicht­wid­ri­gen Ver­hal­ten beginnt, und nicht erst mit dem Ein­tritt des Scha­dens:

Durch das Abstel­len auf den Zeit­punkt der Pflicht­ver­let­zung als Beginn der Ver­jäh­rung wer­den einer­seits Wer­tungs­dis­kre­pan­zen zum ausser­ver­trag­li­chen Haft­pflicht­recht ver­mie­den. Ande­rer­seits erweist sich der ver­trag­li­che Scha­den­er­satz­an­spruch als Fol­ge des nicht ver­trags­ge­mä­ssen Ver­hal­tens der Gegen­par­tei. Das Recht, von die­ser die Erfül­lung der ver­trag­li­chen Pflich­ten zu ver­lan­gen — das heisst im kon­kre­ten Fall: für die dem dama­li­gen Wis­sens­stand ent­spre­chen­den Schutz­mass­nah­men bei Arbei­ten mit Asbest zu sor­gen -, wird bereits in dem Moment fäl­lig, in dem die all­fäl­li­ge Pflicht­ver­let­zung erfolgt (vgl. BGE 106 II 134 E. 2d S. 139). Ab die­sem Zeit­punkt kann der Gläu­bi­ger vom Schuld­ner Ersatz für den aus der Pflicht­ver­let­zung ent­stan­de­nen Scha­den ver­lan­gen. Ins­ge­samt besteht für das Bun­des­ge­richt kein Anlass, von sei­ner Recht­spre­chung zum Beginn der Ver­jäh­rung ver­trag­li­cher Scha­dens­er­satz­an­sprü­che abzu­wei­chen.”

Vor­lie­gend ging es um Scha­den­er­satz­an­sprü­che infol­ge einer Asbe­sterkran­kung. Wenn, wie hier, das Bestehen eines Scha­dens erst nach Ablauf der Ver­jäh­rungs­frist über­haupt fest­stell­bar ist, muss nach Ansicht des BGer der Gesetz­ge­ber eine Lösung fin­den.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.