Das BGer hat­te einen Arbeits­ver­trag aus­zu­le­gen, der vor­sah, dass der Arbeit­neh­mer im Fall einer ordent­li­chen Kün­di­gung den Lohn wäh­rend eines Jah­res erhal­ten sol­le; im Fall einer frist­lo­sen Kün­di­gung sei­en sechs Mona­te Lohn zu bezah­len.

Das BGer geht davon aus, dass die­se bei­den Ent­schä­di­gun­gen im Fall einer frist­lo­sen Kün­di­gung nicht kumu­la­tiv geschul­det sei­en, dass die Ent­schä­di­gung also 12 und nicht 18 Mona­te betra­ge. Einer­seits sei­en Ver­trä­ge im Zwei­fel in Über­ein­stim­mung mit dem dis­po­si­ti­ven Recht aus­zu­le­gen (hier: OR 337c I, Lohn wäh­rend Kün­di­gungs­frist, und OR 336a II, Sank­ti­on bei miss­bräuch­li­cher Kün­di­gung). Ande­rer­seits sei im Fall einer frist­lo­sen Kün­di­gung ein Jah­res­ge­halt fäl­lig, was bereits eine Sank­ti­on dar­stel­le im Ver­hält­nis zu einer ordent­li­chen Kün­di­gung mit sofor­ti­ger Frei­stel­lung (sechs Mona­te). Eine dop­pel­te Sank­ti­on (18 Mona­te) erschei­ne nicht gerecht­fer­tigt.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.