Das Bun­des­ge­richt äussert sich in einem Urteil vom 4. Febru­ar 2011 (6B_836/2010) zu den Vor­aus­set­zun­gen des sub­jek­ti­ven Tat­be­stan­des der Heh­le­rei gemäss Art. 160 Ziff. 1 StGB. Gemäss dem Wort­laut der Norm wird vor­aus­ge­setzt, dass der Täter weiss oder anneh­men muss, dass die Sache durch eine straf­ba­re Hand­lung erlangt wor­den ist.

Das Bun­des­ge­richt hält zur Fra­ge des Even­tu­al­vor­sat­zes fest:

2.3.1 […] Die­se For­mu­lie­rung ist im Sin­ne einer Beweis­re­gel gegen nahe­lie­gen­de Aus­re­den zu ver­ste­hen und soll den Rück­schluss von der Kennt­nis der Ver­dachts­grün­de auf den Wil­len des Täters, sich über die­se hin­weg­zu­set­zen, erleich­tern. Nach der Recht­spre­chung zu Art. 144 aStGB reicht es aus, wenn Ver­dachts­grün­de die Mög­lich­keit einer straf­ba­ren Vor­tat nahe­le­gen. Danach genügt die Fest­stel­lung, dass der Täter im Sin­ne einer Par­al­lel­wer­tung in der Lai­en­sphä­re die Ver­dachts­grün­de kann­te, die ihm die Über­zeu­gung von der delik­ti­schen Her­kunft der Sache auf­drän­gen muss­ten, und dass er die Tat auch für die­sen Fall vor­nahm (Urteil 6B_101/2009 vom 14. Mai 2009 E. 1.7).

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.