Das Bun­des­per­so­nal­ge­setz (BPG) ent­hält seit 1. Janu­ar 2011 neue Rege­lun­gen zur Anzei­ge­pflicht und zum Mel­de­recht für Ange­stell­te, die die­sem Gesetz unter­fal­len (vgl. Art. 2 Abs. 1 BPG).

Die­se sind nun­mehr gemäss Art. 22a Abs. 1 BPG ver­pflich­tet, alle von Amtes wegen zu ver­fol­gen­den Ver­bre­chen und Ver­ge­hen, von denen sie im Rah­men ihrer beruf­li­chen Tätig­keit Kennt­nis erhal­ten, bei den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, bei den Vor­ge­setz­ten oder bei der Eid­ge­nös­si­schen Finanz­kon­trol­le anzu­zei­gen (Anzei­ge­pflicht).

Von Bedeu­tung ist dabei die neue Rege­lung in Art. 22a Abs. 5 BPG: Danach ist der­je­ni­ge, der in guten Treu­en eine Anzei­ge oder Mel­dung erstat­tet (Whist­leb­lo­wing) oder wer als Zeu­ge oder Zeu­gin aus­ge­sagt hat, in sei­ner beruf­li­chen Stel­lung vor all­fäl­li­gen dar­aus resul­tie­ren­den Benach­tei­li­gun­gen, ins­be­son­de­re vor einer Kün­di­gung, geschützt (Schutz­norm).

Zudem besteht seit­dem gemäss Art. 22a Abs. 4 BPG für Mit­ar­bei­ten­de (wie auch Pri­va­te) die Mög­lich­keit, Delik­te, die nicht von Amtes wegen ver­folgt wer­den sowie ande­re Unre­gel­mä­ssig­kei­ten anonym und direkt bei der Eid­ge­nös­si­schen Finanz­kon­trol­le zu mel­den (Mel­de­recht).

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den sich in der Bro­schü­re “Kor­rup­ti­ons­prä­ven­ti­on und Whist­leb­lo­wing” des Eid­ge­nös­si­schen Per­so­nal­amts (sie­he auch den “Ver­hal­tens­ko­dex der all­ge­mei­nen Bun­des­ver­wal­tung” vom 19. April 2000).

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.