Die Pra­xis der Poli­zei im Kan­ton Jura, die­je­ni­gen Auto­mo­bi­li­sten zu regi­strie­ren, die ledig­lich ver­warnt wur­den, ist unzu­läs­sig. Nach einem heu­ti­gem Bericht der NZZ hat die kan­to­na­le Daten­schutz­kom­mis­si­on das Sam­meln die­ser Daten nach unter­sagt und die Löschung der 2700 schon erfass­ten Ver­war­nun­gen ver­langt.

Der Ein­trag von Ver­war­nun­gen in eine Daten­bank der Poli­zei ver­stösst laut der Kom­mis­si­on gegen das Lega­li­täts­prin­zip. Das Vor­ge­hen ver­let­ze “ganz offen­sicht­lich” den im Ord­nungs­bus­sen­ge­setz fest­ge­hal­te­nen Grund­satz der Anony­mi­tät.

Das betref­fen­de Infor­ma­tik­sy­stem wur­de 2008 ein­ge­führt und ermög­licht jedem Mit­ar­bei­ter der Poli­zei den Zugriff auf Infor­ma­tio­nen über eine Per­son. Zweck des Systems war die Kon­trol­le dar­über, ob Poli­zi­sten die jähr­li­che Bus­sen­vor­ga­be von 4000 CHF erfül­len; wei­te­re Zie­le waren Prä­ven­ti­on und Repres­si­on im Wie­der­ho­lungs­fall. Die Erfas­sung ver­warn­ter Auto­fah­rer war jedoch von der juras­si­schen Poli­zei im Hin­blick auf die Unter­su­chung der Daten­schutz­kom­mis­si­on bereits im Novem­ber 2010 gestoppt wor­den.

Der Bericht kann auf der Home­page der kan­to­na­len Daten­schutz­kom­mis­si­on abge­ru­fen wer­den.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.